Finanzen & Rechtliches

Untenstehend haben wir verschiedene Infos zu rechtlichen und finanziellen Fragestellungen für eure KjG-Gruppe sowie weiterführende Links zusammengestellt.

Umsatzsteuer

Der Bundesrat und Bundestag haben eine Reform des Umsatzsteuergesetzes beschlossen, welche die Umsatzsteuerpflichten von kirchlichen Einrichtungen und Organisationen gerade in Bezug auf wirtschaftliche und vermögensverwaltende Aktivitäten erheblich ausweitet. Nach einer mehrfachen Fristverlängerung soll die Übergangsfrist nun zum 1. Januar 2025 enden. Ab dann gibt es sehr strikte Regelungen, welche Veranstaltungen und Angebote umsatzsteuerpflichtig sind und welche nicht.

Als KjG-Gruppe fallt ihr dann unter die Umsatzsteuerpflicht, wenn euer Umsatz im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb innerhalb des vergangenen Jahres 22.000 € oder des laufenden Jahres 50.000 € überschreitet. Dann müsst ihr Umsatzsteuer abführen. In den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb fallen z.B. Einnahmen aus Eintritten, Verkäufen und Verleihen. Nicht darunter fallen (für gemeinnützige Vereine, s. unten) beispielsweise TN-Beitrage für Freizeiten, Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse.

Mehr Infos zum Thema Umsatzsteuer für kirchliche Gruppen findet ihr u.a. in der Arbeitshilfe des BDKJ Münster und auf der Webseite des BDKJ Rottenburg-Stuttgart.

Kontoführung

Die Änderungen im Umsatzsteuerrecht gelten nicht nur für KjG-Gruppen, sondern natürlich auch für Kirchengemeinden. Dies führt dazu, dass diese sehr genau darauf schauen, welche Gelder über ihre Konten fließen. Falls ihr bisher euer KjG-Konto über eure Kirchengemeinde geführt habt, kann es gut sein, dass eure Kirchengemeinde dies zukünftig nicht mehr zulässt und euch dazu auffordert, ein eigenes Konto zu eröffnen.

Dies ist aber nicht weiter schlimm, im Gegenteil: Als KjG seid ihr selbstständig, handelt eigenverantwortlich und könnt damit auch eigenmächtig über eure Finanzen entscheiden. Ein eigenes Konto ist die Grundlage dafür. Es lohnt sich also in jedem Fall, ein eigenes Konto zu eröffnen, sofern dies bisher noch über die Kirchengemeinde geführt wird. Inhaltlich könnt ihr weiterhin wie bisher mit eurer Kirchengemeinde zusammenarbeiten, daran ändert sich überhaupt nichts.

Zur Eröffnung eines eigenen Vereinskontos benötigt ihr meist:

  • eure Satzung bzw. die für euch geltende Mustersatzung eures Diözesanverbands
  • das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung, in dem festgehalten ist, welche Personen zur Pfarrleitung und ggf. Kassenführer*in gewählt wurden (diese sind vertretungsberechtigt gegenüber der Bank)
  • die Ausweise der oben genannten Personen

Weitere Unterstützung zur Eröffnung eines Kontos erhaltet ihr bei eurem Diözesanverband.

Gemeinnützigkeit

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ermöglicht euch Steuererleichterungen. Einnahmen im ideellen (gemeinnützigen) Bereich, wie zum Beispiel Spenden, Mitgliedsbeiträge oder Fördermittel sind dann in der Regel nicht umsatzsteuerpflichtig und müssen nicht versteuert werden.

Sofern der in eurer Satzung festgelegte Vereinszweck gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich ist (was bei KjG-Gruppen fast ausschließlich zutrifft), könnt ihr eure Satzung zur Beantragung der Gemeinnützigkeit bei eurem zuständigen Finanzamt einreichen. Danach erhaltet ihr eine Bestätigung der Gemeinnützigkeit sowie eine Steuernummer, die euch zugeteilt wird.

Mehr Infos zum Thema Gemeinnützigkeit findet ihr beispielsweise in der Arbeitshilfe des BDKJ Freiburg oder hier.

Spendenquittungen

Gemeinnützige Organisationen sind berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Spender*innen können damit ihre Spende bei ihrer persönlichen Steuererklärung anrechnen lassen. Spendenbescheinigungen müssen erst ab einem Betrag größer als 300€ ausgestellt werden. Hier findet ihr die wichtigsten Infos zum Thema Spendenquittungen inkl. einer Muster-Spendenquittung.

Rechtsform

Rechtlich besitzt ihr als KjG-Ortsgruppe den Status eines nicht eingetragenen Vereins (n.e.V.), sofern ihr keine Eintragung beim Vereinsregister vorgenommen habt. Der Hauptunterschied zum eingetragenen Verein (e.V.) besteht darin, dass ein n.e.V. keine juristische Person mit den zugehörigen Rechten und Pflichten ist. Dies führt dazu, dass grundsätzlich alle Mitglieder gemeinsam haften, da der Verein selbst nicht rechtsfähig ist. Im Übrigen besitzt der n.e.V. aber alle wesentlichen Kennzeichen eines Vereins. Er muss beispielsweise über eine Satzung, Mitglieder und einen gewählten Vorstand (Pfarrleitung) verfügen. Auch ein nicht eingetragener Verein kann vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt werden.

Falls ihr euch für die Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) entscheidet, müsst ihr eure KjG ins Vereinsregister eintragen lassen und werdet damit auch automatisch in das Transparenzregister aufgenommen. Zukünftig müsst ihr dann ebenfalls Vorstandswechsel und Satzungsänderungen dem Amtsgericht mitteilen.

Mehr Infos zum Thema Rechtsform von Jugendverbänden findet ihr beispielsweise in der Arbeitshilfe des BDKJ Freiburg.

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