Jugendsynode

Am 03 Oktober startet in Rom die sogenannte „Jugendsynode“. Aber was bedeutet das eigentlich? Das Wort „Synode“ stammt aus dem griechischen „σύνοδος synodos“ und bedeutet übersetzt „Versammlung“ oder „Treffen“. In der Zeit vom 03. bis 28. Oktober 2018 treffen sich viele verschiedene Vertreter*innen der katholischen Kirche im Vatikan in Rom, um Papst Franziskus zu den Themen „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsentscheidung“ zu beraten. Es geht um Jugendliche, deshalb der Name Jugendsynode.

Papst Franziskus hat bereits 2017 zu der sogenannten „Bischofssynode“nach Rom eingeladen. Zuerst wandte sich der Heilige Vater in einem Brief an seine Bischöfe, um die Versammlung anzukündigen. Danach schrieb er aber auch einen Brief an alle Jugendlichen dieser Welt. Er wollte ihnen zeigen, dass es ihm eine Herzensangelegenheit ist, mit Jugendlichen über die Jugend ins Gespräch zu kommen und mit ihnen über die Zukunft der Kirche zu diskutieren. Um die vielen Jugendlichen dieser Welt zu erreichen, hat Papst Franziskus eine Umfrage in Auftrag gegeben, an der sich Jugendliche beteiligen konnten.Das haben weltweit 221.000 Menschen getan. Auch die Bischöfe haben Fragen beantwortet und nach Rom zurückgeschickt.

Die ersten Ergebnisse der Umfrage und weitere Erkenntnisse aus den verschiedenen Ländern unserer Welt sind im März 2018 in einem ersten Treffen, der sogenannte „Vorsynode“, mit über 300 Jugendlichen aus der ganzen Welt im Vatikan besprochen worden. Bei diesem Treffen wurden die wichtigen Themen für das große Treffen im Oktober festgelegt. An der Vorsynode nahmen auch fünf Vertreter*innen aus Deutschland teil, um ganz speziell die Wünsche und Bedürfnisse der deutschen Kinder und Jugendlichen einzubringen. Darüber hinaus war es auch möglich, sich über das Internet an der Diskussion zu beteiligen.Dies haben 15.000 Jugendliche zwischen 16 und 29 Jahren getan. Vielleicht wart auch ihr Teil der Facebook-Gruppe? 

Ergebnis der Vorsynode sind konkrete Themen, die nun in Rom beraten werden. Sie sollen den Bischöfen als Kompass dienen um junge Menschen besser zu verstehen.Die Jugendlichen meldeten zum Beispiel zurück, dass ihnen die Rolle der Frau in der Kirche und insbesondere die Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen weltweit ein wichtiges Anliegen ist. 

Im Sommer diesen Jahres haben die katholischen Jugendverbände, als Teil der Kirche in Deutschland, unter dem Dach des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) eine Postkarten-Aktion an den Papst gestartet, um Papst Franziskus noch mehr Meinungen von Jugendlichen aus Deutschland zu Verfügung zu stellen. Diese Postkarten sind dem Papst bereits im September übergeben worden: die Jugendlichen fordern darin unter anderem von Papst Franziskus eine glaubwürdigere und ehrlichere Kirche sowie die Heirat für Priester zu ermöglichen. Die Jugendlichen üben aber nicht nur Kritik, sondern geben dem Papst auch viel positive Rückmeldung und Ermutigung mit auf den Weg!

Bei dem Vernetzungstreffen der Verantwortlichen der katholischen Jugendarbeit aus dem deutschsprachigen Raum entstand zudem eine Erklärung mit fünf Forderungen:

Mit einer Stimme: Für eine Kirche der Jugend

Nun  ist es soweit und über 400 Bischöfe, Mitarbeiter des Vatikans sowie weitere Expert*innen aus der ganzen Welt kommen zusammen, um über die Rolle von Jugendlichen in der katholischen Kirche zu sprechen. Aus Deutschland werden die Bischöfe Stefan Oster (Passau), Felix Genn (Münster) und Johannes Wübbe (Osnabrück) teilnehmen und die deutsche Bischofskonferenz vertreten. Eigens von Papst Franziskus als Teilnehmer berufen wurde der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München und Freising). Der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Thomas Andonie, wird ebenfalls anwesend sein, um insbesondere die Anliegen der dt. Jugendlichen vorzutragen und den Bischöfen unsere jugendverbandliche Sichtweise näher zu bringen.

Im Laufe der kommenden drei Wochen wird im Rahmen der Synode über-vor allem in der katholischen Kirche - kontroverse Themen wie Homosexualität und Genderfragen oder die Forderung zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs beraten. Ganz allgemein wünschen sich viele Jugendliche  von der Kirche ernstgenommen und gehört zu werden.Zudem solle die Kirche authentisch sein.

Es wird in kleineren Gruppen, als auch mit allen Teilnehmer*innen der Jugendsynode gemeinsam beraten werden. Zu den verschiedenen Themenbereichen wird es dann Empfehlungen geben, die am Ende der Beratungen dem Papst überreicht werden. Im Vatikan werden im Nachgang zur Synode diese Empfehlungen aufbereitet und Papst Franzikskus wird ein Abschlussdokument veröffentlichen, vermutlich in Form einer Enzyklika. Eine Enzyklika ist ein päpstliches Rundschreiben, das eine Stellungnahme zu aktuellen Fragen enthält. Diese hat in der Kirche einen hohen Stellenwert und könnte eine neue Richtungsentscheidung herbeiführen.Daher erwarten wir dieses Dokument schon sehnlichst!

Aktuelle Informationen und weitere Themen der Jugendsynode findet ihr unter: www.jugend-synode.de