
Psychische Gesundheit
Die KjG greift eines der dringendsten Anliegen junger Menschen auf: Psychische Gesundheit wurde auf der Bundeskonferenz 2025 als neues Schwerpunktthema für die kommenden drei Jahre beschlossen.
Der Impuls dazu kam direkt von Kindern und Jugendlichen, die beim politischen Kinder- und Jugendgipfel LautStark! im Oktober 2024 drei konkrete Empfehlungen an die Bundesebene formuliert hatten.
Die KjG nimmt diesen Auftrag ernst – mit Bildungsangeboten, klaren Positionierungen und konkreter Praxis.
Mentale Gesundheit ist für uns keine Randnotiz, sondern eine Frage von Gerechtigkeit und Teilhabe.
Unser Verständnis vom Thema
Psychische Belastungen bei jungen Menschen nehmen seit Jahren deutlich zu.
Bereits jedes fünfte Kind in Deutschland gibt an, überdurchschnittlich psychisch belastet zu sein. Diese Entwicklung zeigt sich nicht nur in Studien, sondern auch in der alltäglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – in Ferienlagern, Gruppenstunden und Leitungsrunden. Mentale Gesundheit ist hier ein wiederkehrendes Thema und stellt (ehrenamtliche) Jugendleitungen vor große Herausforderungen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert psychische Gesundheit als:
einen Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre eigenen Fähigkeiten ausschöpfen, normale Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten kann (WHO, 2004).
Psychisch gesund zu sein bedeutet also nicht, ständig glücklich zu sein, sondern die Grundlage zu haben, sich gesund zu entwickeln und aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben.
Verantwortung und Grenzen
In Jugendverbänden wie der KjG gestalten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam ihren Alltag. Sie übernehmen Verantwortung füreinander und teilen schöne wie auch herausfordernde Momente.
Wir wollen sensibel und verantwortungsvoll mit belastenden Lebenssituationen und psychischen Krisen umgehen. Dafür braucht es:
– Sensibilisierung und Weiterbildung,
– Begleitung und Entlastung für junge Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Aber: Jugendleiter*innen sind keine Therapeut*innen.
Wir können und wollen keine Diagnosen stellen. Wichtig ist jedoch, Tabus abzubauen, offen über seelische Belastungen zu sprechen und in akuten Krisen handlungsfähig zu bleiben.
Trotz aller Bemühungen kann ehrenamtliche Arbeit die schlechte therapeutische Versorgungslage nicht ausgleichen – zumal auch bei Präventionsangeboten im Bereich mentaler Gesundheit derzeit gespart wird.
Gesellschaftliche Herausforderungen
Zu den Hauptbelastungsfaktoren junger Menschen zählen:
– Angst vor der Klimakrise,
– Kriege und Unsicherheiten,
– Angriffe auf die Demokratie,
– fehlende soziale Absicherung,
– mangelnde Beteiligungsmöglichkeiten an relevanten Entscheidungen.
Diese Themen berühren unmittelbar das Leben junger Menschen. Deshalb setzt sich die KjG konsequent dafür ein, ihnen eine starke Stimme zu geben – für mehr Teilhabe, Schutz und eine Gesellschaft, die psychische Gesundheit ernst nimmt.
Unsere Ziele
Im Verband:
- Leiter*innen fit machen für Herausforderungen vor Ort
- Sensibilität auf allen Ebenen
- Eigene Aktionen sicher und zugänglich machen
- Kinder und Jugendliche stark machen
Außerhalb des Verbandes:
- Psychische Gesundheit als Anliegen und Recht von Kindern und Jugendlichen stark machen
- Jugendverbände als Teil eines unterstützenden Umfelds platzieren und mit anderen Angeboten vernetzen
Material & Co.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie das Thema mentale Gesundheit in deine Arbeit einfließen kann. Deshalb stellen wir an dieser Stelle nach und nach Material zusammen:
Beschlüsse, Publikationen, praktische Arbeitshilfen und Leitfäden, Impulse sowie methodische Bausteine für Workshops, Studienteile und Gruppenstunden.
Diese Materialsammlung ist aktuell im Aufbau und wird hier verlinkt, sobald sie zur Verfügung steht.
Du kennst ein Angebot, das hier auf keinen Fall fehlen darf, oder bist auf großartiges Material gestoßen?
Melde dich gerne bei uns, damit diese Sammlung weiter wachsen kann.
Wie kann ich mich einbringen?
Psychische Gesundheit geht uns alle an. Die Bundeskonferenz 2025 hat deshalb beschlossen, dieses Thema in den kommenden drei Jahren als inhaltlichen Schwerpunkt zu setzen. Um dieses Vorhaben mit Leben zu füllen, haben wir eine offene Arbeitsgemeinschaft gegründet.
Diese AG versteht sich weniger als klassisches Gremium, sondern als Netzwerk und Koordinationsstelle für alle Interessierten. Hier laufen die Fäden zusammen, hier entstehen Ideen und hier werden Projekte umgesetzt. Inhaltlich decken wir ein breites Spektrum ab: Wir entwickeln Bildungsangebote wie Workshops, schaffen Räume für Support und Austausch, sorgen durch Öffentlichkeitsarbeit für Sichtbarkeit und formulieren politische Forderungen.
Die AG trifft sich in regelmäßigen Abständen zu offenen Update-Treffen. Projektgruppen arbeiten nach Bedarf in ihrem eigenen Zeitplan an ihren jeweiligen Themen.
Wir laden alle KjGler*innen herzlich ein, ihre Perspektiven in dieses Netzwerk einzubringen. Dabei ist es völlig egal, ob du ein Wahlamt innehast oder nicht – eine Gremienmitgliedschaft ist keine Voraussetzung. Vorerfahrung brauchst du ebenfalls nicht; dein Interesse und deine Motivation reichen aus. Die Mitarbeit gestalten wir so flexibel wie möglich, damit sie in deinen Alltag passt: Du entscheidest, ob du dich punktuell in ein Projekt einbringst, zeitlich begrenzt mitarbeitest oder dich langfristig strategisch beteiligen möchtest.
Wenn du mitmachen willst, melde dich einfach bei Lulu oder Olek. Wir stellen den Kontakt zur AG her oder schicken dir den Link zu den digitalen Update-Treffen.
Wo bekomme ich Hilfe?
als betroffene Person:
- 112 bei akuten Notfällen
- Nummer gegen Kummer
- Telefonseelsorge
- U25
- Zartbitter
als Leiter*in:
- Ggf. im DV anfragen
- perspektivisch Erste-Hilfe-Schulung
- auch Nummer gegen Kummer
- Telefonseelsorge
Sozialpsychatrischer Dienst in deiner Region:

