KjG-Logo „Seelenbohrer“ - fast hätte es internationale Karriere gemacht…

Bei der Henne und dem Ei ist es ja nicht klar, was zuerst da war. Beim Seelenbohrer und der KjG schon – es war der Seelenbohrer, obwohl - das stimmt auch nicht ganz, sagt Alfred Klever …
Alfred Klever erfand den heutigen Seelenbohrer als Münster-Logo
Das Originalprogramm
Schwarz und rot – Gottesdienst unter dem Münster-Logo
Überall das neue Logo – auch beim Beat-Festival des KFG und KjG-Treffens 1968

Du hast dem KjG-Logo seine Form gegeben, 1967- und wie hast du es dann genannt?

Das hieß dann einfach „das Logo für Münster“.

Das Logo entstand, genau wie die KjG in Altenberg – allerdings 3 Jahre früher …
Ja, das Logo entstand bei einer Schulung für Plakat-Siebdruck 1967. Ich war da 19 Jahre alt und in den 1960ern Pfarrjugendführer in St. Lucia, Bensberg-Immekeppel. Darum habe ich an dem Kurs teilgenommen. Bei dem Kurs war auch die Suche nach einem Logo für das erste Deutschlandtreffen von KFG und KJG das Thema. Das sollte Pfingsten 1968 in Münster sein. Das hat dann ja auch stattgefunden. Das Motto des Treffens war: „Zur Antwort bereit“. Ich war ziemlich überrascht, dass mein Entwurf genommen wurde.

Wie wurde denn damals ein Logo auf die Bahn gebracht, so ganz ohne Computer?
Das war alles zeichnerisch. Nach dem Kursus habe ich das Logo zu Hause noch etwas für den Druck optimiert. Dann ging das an die Öffentlichkeitsarbeit der KjG und wurde in Druck gegeben. Es erschien dann im Programmheft und so weiter – außerdem gab es auch schon „give aways“, zum Beispiel Schlüsselanhänger, da kam das drauf und wurde in die Welt getragen.

Auf dem Programmheft von 1968 ist es rein schwarz, war der erste Entwurf nicht ein grüner Pfeil und ein roter Punkt?
Nein! Das ist eine Fehlinformation, die sich irgendwann eingeschlichen hat. Das Ursprungs-Logo war ein schwarzer Pfeil mit einem roten Punkt. Der rote Punkt ist ja eben auch der Kern der ganzen Sache. Auf dem Programm war es aber aus Kostengründen ganz schwarz gedruckt.

Es gibt auch viele Deutungen des Seelenbohrers…
Das Logo ist eigentlich einfach erklärt, es bezog sich ja auf das Motto von Münster „Zur Antwort bereit“. Es hat den Inhalt, dass man angesprochen wird, auch von oben, und wenn man das erkennt, lässt man seine Gedanken kreisen, bringt es für sich auf den Punkt und ist dann bereit zur Antwort. Darum beginnt der Pfeil oben, kreist und endet dann auch oben. Der rote Punkt ist der Kern der Sache. Den Italienern hat das Bild übrigens so gut gefallen, die wollten das Logo wohl gleich mitnehmen …

… das Logo einkassieren? Welche Italiener wollten das?
So genau weiß ich das nicht. Irgendwelche Jugendverbände, hat man mir gesagt. Also: Die waren in Münster Pfingsten 1968, auf dem Treffen zu Gast. Daraufhin kam die Erzdiözese Köln auf mich zu und meinte, es sei sicherer, wenn sie die Rechte an dem Logo übernähme, falls es rechtliche Diskrepanzen gäbe. Für 500 DM hat die Erzdiözese die Rechte dann übernommen. Nutzungsrechte und Urheberrechte wurden damals noch in einen Topf geworfen…

Findest du das schade, dass dein Logo keine internationale Karriere gemacht hat?
Nö, das hatte ich ja für einen Zweck gestaltet.

Hast du eigentlich sofort mitbekommen, dass du das bundesweite Logo der KjG erschaffen hast?
Nein. Für Münster 1968 habe ich ja noch das Programmheft gemacht und dann vor Ort Fotos. Bei der Gründung der KjG 1970 war ich selbst dann aber gar nicht mehr dabei. Da war ich schon raus, im Beruf. Im hektischen Alltag der Werbeagentur ist mir die Zeit ausgegangen. Ich bin dann 2011 von der KjG angerufen worden und zu dem Logo befragt worden. Da habe ich das erst mitbekommen, dass es das noch gibt.

Was hast du gefühlt, als du gemerkt hast, welche Karriere das Logo als Seelenbohrer gemacht hat?
Eigentlich habe ich mich sehr gewundert. Aber im Grunde ist es doch so: Es muss ein gutes Logo sein, wenn es so lebendig ist. Wenn es sogar einen Spitznamen bekommt und so viele Arten der Interpretation. Dann hat das Logo seinen Nutzen als Symbol erreicht. Ich komme ja beruflich aus der Werbung und da sagt man: „Logos, die einen Spitznamen bekommen,
 die leben ewig“.

Und wie ist das mit der Verbindung von der KjG und dir?
Von der KjG habe ich sehr viel mit in mein Leben genommen. Die hat mir sehr viele Grundwerte mitgegeben, die mir dann auch im Berufsleben ungemein geholfen haben. Also: Teamfähigkeit, Offenheit, Führungsqualitäten und Rücksichtnahme, besonders für Minderheiten. Dafür bin ich heute noch dankbar.

Danke für das Interview 

(Das Interview führte die Öffentlichkeitsreferentin Babette Braun für die KjG)

 

 

Ein Seelenbohrer – zahlreiche Interpretationen

Der Seelenbohrer wird 1968 beim Deutschlandtreffen der beiden Verbände so erklärt:
Der Punkt in der Mitte bedeutet: Christus, die Frohe Botschaft, das Leben.
Der Balken, der sich um den Punkt bewegt, symbolisiert die Menschen, die aus ihrem Glauben heraus versuchen, sich den Problemen zu stellen und Antwort zu geben.
Der Pfeil deutet Dynamik an. Sich auf den Boden der Botschaft Christi zu stellen, heißt zugleich, vorwärts gehen und Ziele verfolgen.

Gedanken zum Seelenbohrer von KjGler*innen:

"Die KjG ist wie ihr Seelenbohrer, von außen kantig und eckig, um Gesellschaft und Kirche anzustoßen; nach innen rund in ihrem Glauben an Gott, mit ihren Vorstellungen von einer gerechten Welt und mit ihrem Ziel, diese Vorstellungen zu verwirklichen."

"Ein Pfeil von außen kommend kreist um ein Zentrum und stößt dann weiter nach außen. Das bedeutet: Ein Mensch nimmt Impulse von außen auf, er be- und verarbeitet sie und sendet sie dann wieder nach außen, z.B. indem er darauf reagiert."

Manchmal, so behaupten jedenfalls böse Zungen, soll allerdings auch die scherzhafte Auslegung des Emblems zutreffen: Immer um den heißen Brei herumreden und wenn es dann darauf ankommt, haarscharf an der Sache vorbeizielen.

Neues Design für den Seelenbohrer

Im Jahr 2012 wurde der Seelenbohrer im Rahmen des Corporate Design-Prozesses der Bundesebene einer Verjüngungskur unterzogen. Für das neue CD wurde seine Form vereinfacht und dynamisiert. Er wurde aus seinem Rahmen befreit und kann nun auch allein an prominenter Stelle stehen.
Inwiefern sich der Seelenbohrer im Laufe der Zeit gewandelt hat, könnt ihr gut an den untenstehenden historischen Abbildungen erkennen.

KjG: Einer der größten Jugendverbände Deutschlands boykottiert Nestlé

Unter dem Motto „Nestlé Ade“ hatte der Jugendverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) bereits letztes Jahr im Juni einen Boykott von Nestlé-Produkten beschlossen. Die Aktion zeigt jetzt Wirkung: Nestlé hat reagiert – und den Verband zum Gespräch eingeladen.

Dem Lebensmittelkonzern Nestlé wird immer wieder vorgeworfen, Arbeitnehmer*innenrechte zu ignorieren, Kinderarbeit zu akzeptieren oder riesige Flächen bedrohten Regenwalds für Palmöl zu roden. Unter dem Motto „Nestlé Adé“ hatte der Bundesverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Juni 2019 den Boykott von Nestlé-Produkten beschlossen. Er ruft seine Gruppen und Vereine bundesweit dazu auf, mitzumachen. So will die KjG auf das Fehlverhalten von großen Konzernen aufmerksam machen und sie zum Umdenken bringen.

Nestlé-Boykott hat Signalwirkung

Konkret soll künftig in den Bildungsstätten und Häusern, die sich in Trägerschaft des Jugendverbands befinden, auf alle Produkte von Nestlé und seinen Tochterfirmen verzichtet werden. Aber auch auf Veranstaltungen, in den einzelnen Jugendgruppen und Vereinen.

Die KjG ist nach eigenen Angaben einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland. Er zählt mehr als 80.000 Mitglieder. Insofern hat der Nestlé-Boykott eine große Signalwirkung.

KjG stellt Infomaterial bereit

Damit der Boykott deutschlandweit in den einzelnen Vereinen und Gruppen umgesetzt werden kann, hat die KjG eine Info-Broschüre herausgegeben. Dort findet man unter anderem Informationen zur Kritik am Konzern und alle zu Nestlé gehörenden Unternehmen.

Das Ziel sei jetzt, alle 24 Diözesanverbände, also die kleineren Verwaltungseinheiten der KjG, mit an Bord zu holen. Sie sollen soweit informiert werden, dass sie den Boykott in ihren Vereinen, Jugendgruppen und auf Veranstaltungen umsetzen können, erklärt Marc Eickelkamp, Bundesleiter der KjG. „Das Problem ist ja, dass viele gar nicht wissen, welche Marken alle zu Nestlé gehören.“

Der Verband versucht, das Thema auch an anderen Orten anzusprechen. „Zum Beispiel in Jugendherbergen. Unsere Intention ist dabei, die Problematik nach außen zu tragen und Aufklärung zu betreiben,“ sagt Eickelkamp.

Verzicht ist gar nicht so einfach

Herausforderungen sieht er besonders bei der Umsetzung vor Ort oder bei Veranstaltungen. Etwa Ersatz für Snacks aufzutreiben, die man auf Konferenzen so esse, wie Kitkat oder Smarties. Auch bei sich selbst hat Eickelkamp festgestellt, dass der Verzicht gar nicht so einfach ist. „Mir ist es zum Beispiel schwergefallen, auf die Schoko-Karamell-Riegel Rolo zu verzichten. Die habe ich seit meiner Kindheit gegessen – das geht jetzt eben nicht mehr.“

Snacks von Nestlé kommen für die KjG nicht mehr infrage. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Dabei zweifelt er nicht am Erfolg des Boykotts und ist zuversichtlich, dass deutschlandweit alle Verwaltungseinheiten der KjG mitmachen, „wir boykottieren jetzt auch schon seit fast zehn Jahren Coca-Cola und das klappt gut.“

„Wir sind nicht irgendeine Vereinsgruppe“

Angesichts der Größe des Verbands ist es nicht verwunderlich, dass Nestlé auf den Boykott reagiert und sich mit der KjG in Verbindung gesetzt hat. Ende Januar kam es zu einem Treffen, bei dem Nestlé seine Nachhaltigkeitsbemühungen dargelegt hat.

Die KjG war davon nicht überzeugt. Eickelkamp sagt Utopia gegenüber: „Wir haben uns in unserem Verband sehr intensiv mit Nestlé sowie unserer Vorstellung von fairem Handel bzw. kritischen Konsum auseinandergesetzt. Vor dem Hintergrund dieser Expertise sind wir mit einer kleinen Delegation ins Gespräch gegangen. Uns war wichtig zu zeigen, dass wir nicht irgendeine Vereinsgruppe sind“, sagt Eickelkamp. Er betont, dass der Verband auch nach dem Gespräch weiter an einem kritischen Konsum festhalten will – und auch in Zukunft auf Nestlé-Produkte verzichten wird.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Katholischer Jugendverband ruft zu Boykott gegen Nestlé auf! - Interview im Domradio

Im Juni 2019 beschloss die KjG auf der Bundeskonferenz: "Nestlé Adé!" - in Zukunft boykottiert die KjG den Nestlé-Konzern. Das zeigt Wirkung: am Montag, den 27. Januar traf die KjG auf Einladung Nestlé zum Gespräch. Am Treffen nahmen von der KjG teil: die Bundesleitung, Mitglieder des internationalen Ausschusses sowie der Diözesanverbände Münster und Essen. Hier erfahrt ihr, was dabei passiert ist:

Die Katholische junge Gemeinde ruft dazu auf, die Firma Nestlé zu boykottieren. Unter dem Motto "Nestlé Adé!" kritisieren sie die Arbeits- und Umweltbedingungen des Konzerns. Nun kam es zu einem ersten Gespräch der ungleichen Kontrahenten.

DOMRADIO.DE: Was ist bei diesem Gespräch herausgekommen?

Marc Eickelkamp (Bundesleiter der Katholischen jungen Gemeinde / KjG): Grundsätzlich haben wir versucht, erst einmal zu klären, was unsere Kritikpunkte sind. Nestlé hat ausführlich dargelegt, was sie schon tun, um diesen Kritikpunkten entgegenzuwirken und welche Projekte bereits laufen. Wir haben uns erst einmal ausgetauscht und hoffen, dass wir da weiter im Diskurs bleiben können.

DOMRADIO.DE: Was sind Ihre Kritikpunkte an Nestlé?

Eickelkamp: Wir als katholischer Jugendverband arbeiten ja vor allem auf Grundlage der christlichen Werte, des christlichen Menschenbildes und versuchen auch die Schöpfung zu wahren. Das macht uns vielleicht ein bisschen besonders im Vergleich zu anderen Organisationen, die auch Nestlé kritisieren. Wir haben vor allem aus unserer Perspektive die Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen in den Blick genommen, für die Nestlé Verantwortung trägt.

Das heißt konkret: Wenn Nestlé bei verschiedenen Anbietern wie Kleinbauern oder Gemeinschaften vor Ort - zum Beispiel in Afrika - Kakao einkauft, dann müssen sie auch die Verantwortung dafür übernehmen, was dort passiert. Das ist eine Sache, die aus unserer Sicht bisher nicht konsequent passiert. Im Bereich der Wasserrechte und Wassernutzung gibt es immer noch Standorte, wo Nestlé versucht, die Situation zu verbessern, sie aber immer noch nicht gut ist.

DOMRADIO.DE: Was sagt Nestlé dazu? Was wird sich ändern oder verbessern?

Eickelkamp: Es gibt verschiedene Programme, die aber auch schon in der Vergangenheit in ähnlichem Umfang durchgeführt worden sind. Bildungsprogramme vor Ort, die Kindern die Möglichkeit eröffnen sollen, in den Genuss von Schulbildung zu kommen, damit sie beispielsweise nicht auf Plantagen arbeiten müssen. Wir haben auch angemahnt, dass Kinderarbeit immer noch in afrikanischen und südamerikanischen Staaten übllich ist und Kinderrechte nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern konsequent umgesetzt werden müssen. Ich würde sagen, das ist einer der Punkte, wo es noch nicht gut funktioniert.

In puncto Wasser gibt es neue Standards, die Nestlé umsetzen möchte, bei denen sie auch mit anderen Kooperationspartnern zusammenarbeiten, um zu überlegen, was verbessert werden kann. Es gibt Standards, die schon angewendet werden. Aus unserer Sicht kann man da aber noch eine Schippe drauflegen. Wir würden immer sagen, wir müssen den höchsten Ansatz wählen, um das Bestmögliche für uns herauszuholen. Nestlé versucht dabei erst mal, Transparenz zu schaffen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, nach den Gesprächen wird der Kontakt jetzt von Ihrer Seite sicherlich nicht abbrechen. Sie werden da weiter dran bleiben und auch ein bisschen überprüfen, ob sich denn etwas verändert, oder?

Eickelkamp: Wir haben über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich immer noch skeptisch bin. Wir haben aber auch nicht erwartet, dass sich nach einem Gespräch irgendwas verändert. Es war aber gut, mal zu hören, was die Gegenseite schon tut. Wir sind aber nicht ganz zufrieden, weil wir mit unserem Boykott eine Veränderung erhoffen. Vielleicht ist die Veränderung aber weniger konkret bei Nestlé zu verorten, sondern bei jedem und jeder selbst. Wir haben es als Verbraucher und Nutzer von Produkten ein bisschen selber in der Hand, wie wir damit nachhaltig und zukünftig umgehen wollen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, auch ein Aufruf an uns alle, das genau zu überprüfen, was Nestlé so tut oder eben auch nicht tut?

Eickelkamp: Ich würde es sogar noch erweitern: Wir haben uns Nestlé als Konzern ausgesucht, mit dem wir ins Gespräch kommen wollen und den wir exemplarisch boykottieren, weil es der weltgrößte Konzern ist, der Nahrungsmittel vertreibt und von dem wir auch wissen, dass es da schon Problemlagen gab. Das heißt nicht, dass es bei anderen Großkonzernen wie Pepsi oder Coca Cola besser läuft, die wir als Dachverband BDKJ seit 2007 boykottieren. 

Ich würde mal pauschal behaupten, wir müssten tatsächlich als Verbraucher und Nutzerinnen überlegen, wo die Lebensmittel dieser Konzerne herkommen, und uns fragen, warum wir diese nicht regional, lokal oder saisonal bei einem regionalen Anbieter oder bei einem Bauern in der Umgebung kaufen, um diese Strukturen zu nutzen und zu stärken.

Das Interview führte Carsten Döpp.

Zeitreise durch die Geschichte der KjG

Auf ins KjGeniale Jubiläumsjahr!

2020 feiern wir 50 Jahre KjG. Wir wollen mit euch auf eine Zeitreise gehen, in den nächsten Wochen die vergangenen KjG-Jahrzehnte Revue passieren lassen und auf unsere Verbandsentwicklung zurückblicken. Zu einigen unserer Rückblicke werdet ihr auch auf unserer Homepage spannende Artikel finden!

#KjG #50Jahre #RäumefürUtopien #Zeitreise #Verbandsentwicklung #Rückblick #throwbackthursday

Doppelt gut macht KjG

Die Vorgänger*innen der heutigen KjG und ihre Geschichte...

Unbestreitbar, die Männer waren zuerst da – die katholischen Jungmänner und sie trugen einen Verband: den „Katholischen Jungmännerverband“, der gründete sich 1896 in Düsseldorf. Sozusagen ein Vorläufer der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“, diese Jungmännergemeinschaft kam bildlich gesprochen 51 Jahre später „nachgelaufen“. Im Klartext: Die „Katholische Jungmännergemeinschaft“ wurde 1947 gegründet. In der Zeitspanne zwischen der Gründung der beiden Zusammenschlüsse lag viel Sturm, das Verbot nichtstaatlicher Jugendverbände, Krieg, Tote, grausames Erwachen und ein Neuanfang für Deutschland in Europa. Ein Freizeitverband war es, was die „Katholische Jungmännergemeinschaft“ 1947 ihrem Selbstverständnis nach sein wollte. Paul Robert B.: “Politisches stand für uns gar nicht im Sinn – das hätten wir auch nicht gewollt.“

Zugegeben, groß war der Vorsprung der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“ nicht: 1910 machten die Frauen im Bistum Paderborn den ersten Schritt und schlossen sich zum Diözesanverband der Jungfrauenvereine zusammen. Im Dezember 1915 folgte dann in Köln die Gründung des Zentralverbandes der Jungfrauenvereine Deutschlands.

1954, nach Ende des Verbotes durch die Nationalsozialisten und den Kriegswirren, meldete sich die weibliche Jugend erneut laut zu Wort. Mädchen und junge Frauen wollten aktiv mitgestalten und gründeten die „Katholische Frauenjugendgemeinde“ (KFG) in Hardehausen bei Paderborn. Die KfG-Frauen und -Mädchen machten es sich zur Aufgabe, „das Leben der Jugend in der Gemeinde zu aktivieren und soziale Aufgaben zu übernehmen.“ (S.21 forum KFG 6/1969 2. Jahrgang). Die Freizeitgestaltung stand im Mittelpunkt.

Marianne K. war dabei, als 9Jährige: „In meiner Gruppe haben wir viel gelesen, Bücher von Pearl S. Buck, der Nobelpreisträgerin für Literatur. Ein kleines bisschen Aufklärung gab es auch, aber nur ganz vorsichtig. Wir haben auch sehr viel gesungen: ‚Wenn die bunten Fahnen wehen ...‘, und so – das waren noch die alten Lieder, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Oft gesprochen haben wir über Religion, dazu kam auch der Kaplan. Ich war sehr fromm, Gebet hat mir viel bedeutet.“

1958, mit 16, war Marianne dann selbst Pfarr-Gruppenleiterin: „Wir sind in Jugendherbergen gefahren, gewandert. Am tollsten war das große Treffen zum 1. Mai in Altenberg, das war schon international. Wir haben die Freizeit gestaltet. -Es gab ja auch nichts anderes, an Sportvereine kann ich mich nicht erinnern …“

Den Jungs aus der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“ sind die Mädchen im Frühgottesdienst begegnet oder beim Bannerhalten zum Hochamt, auf Prozessionen ...

„Wir haben auch zusammen Theater gespielt oder Karneval gefeiert, waren beim Katholikentag“, so Marianne K..

Die jungen Frauen für die KFG sollten aus der der „Frohschar“ der Pfarrgemeinden gewonnen werden und – bitte – auch die „klare Absprache mit anderen Gliedgemeinschaften, vor allem mit der KJG!“ war gewünscht.

Ernstgenommen haben das die jungen Frauen und Männer der beiden katholischen Jugendgemeinschaften – 1966 kam es dann zum ersten Mal zu einer Zusammenarbeit bei der Aktion Mosaik.

 „Revoluzzer und Protestler“ hieß es dann Pfingsten 1968 – der erste Skandal, den man gemeinsam (nicht beabsichtigt) angezettelt hat. „Katholische Frauenjugendgemeinde“ und „Katholische Jungmännergemeinschaft“ fordern „eine Demokratisierung von Kirche und Gesellschaft, die sie aktiv mitgestalten wollen, indem sie sich sozial engagieren, die Interessen von Jugendlichen vertreten und den Abbau von autoritären Strukturen proklamieren. Damit nehmen die Verbände von ihrer bis dahin kirchenunkritischen Haltung Abschied.“ (Becher, S. 31) Die Öffentlichkeit ist hin und hergerissen zwischen: „Na endlich!“ und „Unerhört!“. „Katholische Frauenjugendgemeinde“ und „Katholische Jungmännergemeinschaft“, sind sich um so einiger. Sie machen ihre Einigkeit auch deutlich. Eines der vielen Zeichen: forum - Die Werkblätter für die Jugendarbeit in der Gemeinde, erscheint ab der Ausgabe August./September 1968 als gemeinsame Ausgabe, nicht mehr nach Geschlechtsverbund getrennt. Weiteres folgt …

Der Friede als Weg der Hoffnung

Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr

Mit dem Motto des diesjährigen Weltfriedenstags: „Der Friede als Weg der Hoffnung: Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr“ wird der Friede als Weg der Hoffnung gewürdigt. Papst Franziskus macht den Menschen Mut, sich auf diesen Weg einzulassen und alle Bemühungen und Schritte hin zu mehr Frieden wertzuschätzen. Die entscheidenden Schritte auf diesem Weg sind Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr.

Material gibt es unter: https://www.bdkj.de/aktionen/weltfriedensgebetstag/