Keine Krise der Humanität!

„Kleinmut und Ängstlichkeit hindern einen Menschen oft, das Gute zu tun, zu dem er fähig wäre, wenn er im Vertrauen auf Gottes Hilfe Mut fassen würde.“ (Thomas Morus) Stellungnahme der KjG-Bundesleitung

In diesen aufreibenden und unplanbaren Zeiten der Corona-Pandemie stellen wir fest, dass wir gemeinsam als Gesellschaft Verantwortung füreinander übernehmen. Einzelne bleiben seit Tagen/Wochen zu Hause, um diejenigen zu schützen, die es gesundheitlich in dieser Situation am schwersten treffen könnte.

Gleichwohl stellen wir fest, dass ein Rückbezug auf sich selbst stattfindet. Inner-europäische Grenzen werden abgeschottet, Hilfen für Menschen auf der Flucht werden eingestellt, die besondere räumliche Isolation bringt unter Umständen insbesondere für Kinder, Jugendliche und Frauen* außergewöhnliche Gewaltverhältnisse. Wir beobachten solche Entwicklungen mit Sorge. Wir sind und bleiben wachsam, sodass keine*r zurückgelassen wird.

Das Zusammenleben der Menschen braucht unauflösliche Grundsätze, die ein gleiches und gerechtes Miteinander ermöglichen. Gerade in Krisenzeiten dürfen wir die besonders hilfebedürftigen Menschen nicht vergessen. In Bezug auf die Gesundheit nehmen wir gerade eine große Sensibilität füreinander wahr. Das ist wichtig und gut!

Unsere erste Aufmerksamkeit richtet sich derzeit verständlicher Weise erst einmal unseren Lieben. Aus gelebter Nächstenliebe dürfen wir aber nicht die Menschen vergessen, die uns persönlich nicht direkt nahestehen. Die aktuelle Situation ist insbesondere für Menschen marginalisierter Gruppen eine große Herausforderung. Wir sind verpflichtet, für alle Menschen Sorge zu tragen!

Sorge um die Werte in Europa und in der Welt

Als Gemeinschaft sind wir nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und weltweit verpflichtet füreinander zu sorgen. Wir verurteilen, dass bspw. in Ungarn die derzeitige Gesundheitskrise als Deckmantel für die Strategie von Despot*innen ausgenutzt wird, um demokratische Prinzipien auszuhebeln und diktatorische Strukturen zu ermöglichen.

Wir fordern eine verlässliche, nach demokratischen Prinzipien organisierte Politik, die allen Menschen gleiche Mitspracherechte ermöglicht und deren Antrieb ein kulturelles und soziales Zusammenwachsen ist und bleibt, selbst wenn physisch derzeit Sozialkontakte aus Rücksicht auf Risikogruppen und Gesundheitssysteme eingeschränkt werden müssen. Politiker*innen und Parteien sind dazu aufgerufen, wachsam zu sein und dafür zu sorgen, die Idee Europa und ihre Werte uneingeschränkt wieder einzusetzen, sobald die derzeitigen Einschränkungen medizinisch nicht mehr geboten sind.

Wir fordern die Stärkung parlamentarischer Strukturen, die Orientierung an Menschen-, Kinder- und Arbeitsrechten sowie eine Kontrolle der globalisierten Wirtschaft. Dazu gehören auch Veränderungen in der Struktur der Entscheidungswege innerhalb der Europäischen Union, das EU-Parlament muss weitreichendere Entscheidungskompetenzen erhalten. Europa- und Weltpolitik müssen dazu beitragen, dass mehr Freiheiten und Sicherheiten für alle Menschen entstehen.

Sorge um die Einhaltung von Asylrechten

Für Entwicklungszusammenarbeit und -politik bedeutet dies, dass die Zusammenarbeit zwischen den Ländern vom klaren Gedanken der Partnerschaft und der Gleichberechtigung getragen sein muss. Sie muss sich an den Bedürfnissen und Ansprüchen vor Ort orientieren. Im Zweifel müssen deutsche und europäische Politik ihre eigenen Interessen und Ziele der Entwicklungspolitik unterordnen. Auf dieser Grundlage kritisieren wir die Aussetzung humanitärer Hilfen aufs Schärfste.

Menschen auf der Flucht und Schutzsuchende in unmenschlichen Umständen der Situation schutzlos auszuliefern entspricht weder unseren Gesetzen noch unseren menschlichen und ethischen Pflichten. Für uns ist die gottgeschenkte Würde jedes Menschen maßgebend. Die Sorge und Verantwortung für Menschen als Mitglieder unserer Weltgemeinschaft darf nicht an Ländergrenzen enden. Sie ist kein Privileg einer bestimmten Staatsangehörigkeit.

Sorge um die Einhaltung von Kinder- und Menschenrechten

Die besondere räumliche Isolation sorgt nicht unbedingt dafür, dass wir mehr Zeit miteinander und zu Hause verbringen und ein romantisches Bild von Gemeinschaft erleben können. Die Maßnahmen sind nicht in Frage zu stellen, allerdings bedeuten sie Einschränkungen, die unterschiedlich stark wirken: Derzeit fallen umfangreiche Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten für Menschen in jeglichen Lebenssituationen weg. Damit schränken sich für einige Personengruppen und insbesondere für Kinder und Jugendliche auch Teilhabemöglichkeiten massiv ein.

Wir befürchten einen Anstieg häuslicher Gewalt – vor allem gegen Frauen*, Kinder und Jugendliche. Kinder und Jugendliche sind nicht mit Erwachsenen gleichzusetzen. Aufgrund ihrer Lebenssituation und eigener spezifischer Bedürfnisse brauchen Kinder ihre eigenen Rechte auf Schutz, Entwicklung, Entfaltung, Bildung und Beteiligung. Diese Rechte müssen auch in der besonderen Situation, in der wir uns derzeit befinden, gewahrt und umgesetzt werden. Auch in dieser Zeit müssen auf angezeigte Kindeswohlgefährdungen angemessen reagiert und entsprechende Interventionsmaßnahmen ergriffen werden.

Wir erleben Eltern, die vor der Herausforderung der gleichzeitigen Kinderbetreuung und der Bewältigung existenzieller Ängste oder der Koordination der Heim- sowie Erwerbsarbeit stehen. Wir erleben Menschen, die sich in systemrelevanten Berufen bis zum Äußersten verausgaben und weiterhin um angemessene Bezahlung kämpfen. Wir fordern unsere Gesellschaft dazu auf, die Politik in die Pflicht zu nehmen, für eine angemessene Bezahlung und umfassende Grundversorgungsleistungen zu sorgen.

Sorge tragen für die Zukunft

Auch nach der Pandemie werden die Folgen der starken wirtschaftlichen Einbrüche bei vielen wirtschaftliche Ängste zurücklassen. Dies als Chance zu verstehen und unser Wirtschaftssystem schon jetzt neu zu überdenken, könnte vielen Menschen Hoffnung schenken. Alles Wirtschaften muss sich an den Menschen ausrichten und ihnen soziale, ökonomische und persönliche Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Das umfasst eine faire Bezahlung sowie angemessene Arbeitsumstände. Die Einführung eines bedingungsglosen Grundeinkommens würde Sicherheit und Schutz vor Armut geben. Wir fordern von politischen Entscheidungsträger*innen weitsichtige Entscheidungen, die die Wahrung von Kinder- und Menschenrechten als höchstes Ziel ansehen.

Sorge tragen im Hier und Jetzt

Die aktuell eingesetzten Maßnahmen bewerten wir als notwendig, um zum Wohle der Gemeinschaft beizutragen. Darüber hinaus sind wir alle aufgerufen, unsere persönliche Verantwortung wahrzunehmen. Zahlreiche Verbände, Initiativen und insbesondere Gruppierungen der KjG nehmen ihre Verantwortung bereits wahr. Sie starten ganz besonders dieser Tage solidarische Aktionen, um ein zugewandtes Miteinander aufrecht zu erhalten. Das ist eine großartige Entwicklung und zeigt uns einmal mehr, wie viel Verantwortung für das Gemeinwohl gerade unsere Gruppen in ihrer alltäglichen Arbeit, aber eben auch in besonders herausfordernden Zeiten übernehmen. So schwierig es aktuell auch ist: es ist keine Krise der Humanität!

Wir als KjG setzen uns ein für ein vielfältiges und menschenwürdiges Miteinander – in und nach Krisenzeiten.

 

Wir beziehen uns in unseren Forderungen größtenteils auf die im Kinder- und Jugendpolitischen Grundlagenpapier von 2013 beschlossenen Haltungen.


Andachten am Bauzaun – Happening oder was?

Ja, das gibt es 1986 -88: Andachten am Bauzaun, aber nicht, um mit dem Ort junge Leute für Gottesdienste zu begeistern. – Der Bauzaun gehört zur Wiederaufbereitungsanlage für Atombrennstäbe(WAA), die in Wackersdorf entstehen soll. „WAAhnsinn“ ist der Standpunkt der KjG in Sachen Wackersdorf. 1986 beschließt die Bundeskonferenz die „Wackersdorfer Zusage“: Alle Diözesanverbände verbringen im Laufe des nächsten Jahres ein Wochenende in Wackersdorf, gestalten Andachten am Franziskus-Marterl und protestieren gegen die WAA. Hans Gartenmaier ist zu der Zeit Geistlicher Leiter der KjG, erst im Diözesanverband Passau (1983-87) und dann auf Bundesebene (1987-91).

Im Dezember 1981 begannen die Protestdemonstrationen gegen Wackersdorf. Es bildete sich die Wackersdorfer-Koalition aus der Mitte der Gesellschaft, dabei waren Mitglieder bürgerlicher Parteien, Pfarrer … ab 1986 gab es dann ‚Protestpflicht‘ für KjGler*innen vor Wackersdorf – könnte man mal flapsig in den Raum werfen. Warum die Aufregung?
Die WAA Wackersdorf sollte in die Pampa bei Regensburg gebaut werden. Die CSU hat das in Bayern durchgesetzt. Aber in der Bevölkerung regte sich Widerstand gegen die Atomenergie. Niemand wollte die Wiederaufbereitungsanlage in der Nähe haben. Wackersdorf liegt so ziemlich in der Pampa, die konnten die Arbeitsplätze gut gebrauchen und man hat wohl auch gedacht, wenn wirklich was passiert, da ist man schön weit weg von allem, da kann man das ruhig machen – so ungefähr: „Ach! Die paar Leute“.

Was hatte denn der Jugendverband KjG damit zu tun?
Es waren damals die Jugendverbände allgemein deutlich politischer als heute. Wackersdorf war zudem ein „Lernfall“, wie politische Prozesse bei uns ablaufen. Außerdem genau wie heute „Fridays for Future“ sagt: „das ist doch unsere Zukunft!“, so war das hier auch. Damals war es nicht so, dass die Wirtschaft offensichtlich so bestimmend war wie heute. Man war damals der Meinung, dass die Politik das Sagen hat – aber Wackersdorf hat ziemlich deutlich gezeigt, dass die Wirtschaft das Sagen hat. Dagegen hat die KjG sich stark gemacht.

Es gab dann aber im April 1986 den Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl …
Ja, die atomare Wolke war in Süddeutschland ziemlich heftig, die radioaktive Verseuchung von Pilzen etc.. Es gab zudem auch die Diskussion um die atomare Nachrüstung.

Wie hat die KjG dann agiert?
Da waren eher die bayrischen Diözesanverbände aktiv, München, Regensburg, Passau. Die haben Demos gemacht, das Thema Atomenergie inhaltlich aufbereitet. Veranstaltungen mit allen Parteien aus den Diözesen organisiert. Bei der Bundeskonferenz 1986 sind wir dann mit zwei Bussen nach Wackersdorf gefahren. Da haben wir dann eine Demo gemacht. Bei der Demo haben sie auch einen oder zwei von uns verhaftet …

Wart ihr auf so etwas vorbereitet?
Nein, das war damals noch nicht so wie heute. Aber, die Polizei hat da allgemein ziemlich radikale Methoden angewendet. Wackersdorf war, könnte man sagen, nahezu ein Kriegsgebiet. Es ist genau so hermetisch abgeriegelt worden, die Polizei ist Streife gefahren, Einheimische, die nachts aus dem Wirtshaus heimfuhren, sind aufgehalten worden, aber nicht zur Alkoholkontrollen, sondern … - damit die ja nix anstellen. Wenn man die Autos da irgendwo geparkt hat, dann sind die Nummernschilder aufgeschrieben und gemeldet worden. Wasserwerfer, Reizgas, das war alles da … Das kam für alle ziemlich überraschend.

Und wie war das dann mit den Gebeten am Bauzaun?
Im Wald in Wackersdorf außerhalb des Rodungsbereiches gab es ein riesig großes Kreuz, Marterl heißt so ein Wegkreuz im Bayrischen, das war vier Meter hoch und da stand eine Franziskusstatue, der schon immer der große ökologische Heilige war. An diesem Franziskus-Martel, da waren jeden Sonntag um 14:00 Uhr Andachten, hauptsächlich haben das die Regensburger vorbereitet. Dazu sind Leute von weit hergekommen. Ich habe die Andacht 5-6-mal gehalten. Die Texte waren natürlich alle politisch und nach der Andacht ist man dann gemeinsam zum Bauzaun gegangen. Die Polizei hat den Bereich eingekreist und über der Andacht ist oft ein Hubschraubergekreist …

Üblicherweise schalten sich dann irgendwann die Bischöfe ein …
Ja, das war auch so. Aber da ging es um einen Politiker aus der CSU, der kam ziemlich schlecht vorbereitet zu einer Diskussion und ist dann sehr schlecht dabei weggekommen. Der hat sich dann beim Bischof beschwert. Der Bischof war der Eder. Die Diözesanleitung musste dann beim Bischof antanzen. Der war aber sehr vernünftig. Der hat uns zehn Minuten lang richtig runtergemacht und dann hat er gesagt: „So, jetzt habe ich meine Aufgabe erledigt. Und jetzt kann ich euch sagen ‚Macht’s weiter‘, ich stehe voll hinter euch.“

Erstaunlich …
Ja, die Bischofsversammlung war eigentlich immer der Meinung: Politisch agieren steht einem Jugendverband nicht zu, wenn sich einer politisch äußert, dann ist das die Bischofskonferenz. Der KjG wurde ständig gedroht, das „K“ für katholisch zu entziehen und die Gelder zu streichen.

Du hast gesagt, Wackersdorf ist ein Lernfall für die Verquickung von Politik und Wirtschaft?
Ja! Der Franz-Josef Strauß, der Bayrische Ministerpräsident, der hat sogar einen Brief an die Bischöfe und die evangelischen Dekane geschrieben. Darin hat er die Bischöfe aufgefordert, sie sollten gefälligst ihre Jugendverbände auf Linie bringen. Das waren fünf bis sechs Punkte, die ja so gar nicht gingen, seiner Meinung nach. Widerstand aus den Kirchen war man nicht gewohnt.

Es gab auch juristische Proteste aus der Bevölkerung gegen die Wiederaufbereitungsanlag. Die Forderung der KjG war, dass die WAA Wackersdorf nicht gebaut wird – und diese Forderung wurde dann ja auch durchgesetzt: am 31. Mai wurden die Bauarbeiten eingestellt …
(lacht) Ja, scho, aber die KjG hat jetzt Wackersdorf nicht verhindert. Meine Überzeugung ist, die ganzen Demonstrationen, die haben der Wirtschaft geschadet vom Imageverlust her, so dass die irgendwann gesagt haben: „Wir brauchen das Wackersdorf eigentlich nicht“, dann hat der Veba-Manager von Benningesen-Foerder das abgeblasen. Die Politiker haben dann natürlich etwas blöd dagestanden.

 

Danke für das Interview
(Das Interview führte die Öffentlichkeitsreferentin Babette Braun für die KjG)

Wir waren unserer Zeit voraus - Arche Noah – Umweltaktion von Kindern

„Uns war klar, dass es nichts nutzt, sich in Pfarrheimen zu verschanzen“, sagt Arno Stuppy, er war als Referent für das Projekt „Arche Noah – Umweltaktion von Kindern“ (1986-1988) zuständig. Angestoßen wurde es durch den Offenen Brief der Bundesleitung „zum 8. Mai 1985“. Darin stellt die KjG auch Forderungen im Bereich Ökologie auf.

Arche Noah, die KjG und die Kinder – kam mit der Arche das KINDER im Kinder- und Jugendverband so richtig zur Geltung?

Na ja, alleine durch die Mitgliederzahlen standen die Kinder in der KjG im Vordergrund, sie waren zahlenmäßig mehr als die jungen Erwachsenen und Jugendlichen im Verband. Was bis dahin gefehlt hat, war der Mut, Kinder zu Veränderungen, zum politischen Handeln zu führen. Also, sie zu ermutigen, dass sie sich vor Ort einmischen und aufspüren, wo ihre Lebens- und Zukunftsperspektiven gefährdet werden, um dann etwas daran zu machen. Von 22 Diözesanverbänden  haben übrigens 14 mitgemacht.

 

Was waren denn damals die Aufregerthemen?

Also, was heute Klimakrise ist, war damals die Umweltverschmutzung. Heute macht man Aktionen gegen den Klimawandel, das hieß dann damals „Natur- und Umweltschutz“. Das waren dieselben Themenfelder: Luftverschmutzung, Umweltgifte, Gewässerverschmutzung und Flächenversiegelung, Waldsterben. Die Flächenversiegelung war damals eigentlich noch schlimmer und man hat schon gemerkt, dass es weniger Lebensräume für Pflanzen und Tiere gab.

 

Warum Arche Noah und Sintflut als Symbole?
Ich würde sagen, eine Vorlage aus der Bibel für einen christlichen Verband ist doch begrüßenswert. Sie hat auch Akzeptanz innerhalb der Kirche und den Diözesanverbänden geschaffen. Die Geschichte der Arche Noah bietet außerdem eine Menge von Symbolen, die man lebendig machen konnte: Die Arche selbst als Rettungsschiff. Der Regenbogen als ein „Gott ist mit uns“, also Mut gebend. Die Taube mit dem Ölzweig als Zeichen des Lebens, mit dem Gedanken „Es macht Sinn aufzubrechen – wir können  mit Gottes Hilfe Veränderungen schaffen“.

 

Umweltzerstörung war in den 1980ern ein belastendes existentielles Thema – geeignet für ein Kinderprojekt?
Ja, da gab es schlaue und vorausschauende „Köpfe“ in der KjG, die wussten: „Wir können das von den Kindern nicht mehr fernhalten.“ Die Bundeskonferenz 1985 hatte mit ihrem Beschluss verstanden, dass die KJG informieren und mit Bildungsarbeit eine Bewusstseinsveränderung herbeiführen muss. Es ging darum, Kinder ernst zu nehmen, sie kompetent zu machen und ihnen zuzutrauen, dass sie etwas verändern können.

 

Eine Bewusstseinsveränderung?

Ja, ich denke das hing auch an den Zielen der KjG, die sich als Verband gesehen hat, der sich politisch einbringen muss. Uns war klar, dass es nichts nutzt, sich in Pfarrheimen zu verschanzen, sondern, dass wir rausgehen und unsere Stimme erheben müssen. Mit der Arche Noah kam diese Zielsetzung in die Kinderstufenarbeit.

 

Was haben die Kindergruppen denn damals gemacht?
Es gab einen „Aktionsfaden“, der das inhaltlich aufbereitet hat. Darin standen inhaltliche und praktische Anregungen. Es ist auch sehr viel von den einzelnen Gruppen dazugekommen. Also, ich habe am Ende über 70 Seiten Praxisbeispiele gesammelt. Ich erinnere mich an Flussfahrten von den Diözesen Limburg und Freiburg auf Rhein und Main, dabei wurden die Ufer mit ihren Industrieanlagen und Abwassereinleitungen genau betrachtet und Expert*innen haben das Wasser untersucht. Es gab Exkursionen, Tatortbesichtigungen genannt, zu Orten der Umweltzerstörung. Schon damals wurden Nistkästen aufgestellt, Hecken und Bäume gepflanzt und Flora und Fauna bestimmt. Andere haben Detektivspiele entwickelt oder Kinder durch ein Malbuch an das Thema herangeführt. Viele Ferienfreizeiten und diözesane Kinderwochenenden griffen das Thema auf.

 

Das Spannungsfeld der Gesamtaktion lag auf der Erwachsenen-Seite zwischen Gottvertrauen und Handlungswillen zur Umkehr - oder?

Ich denke schon. Vertrauen auf Gott, in dem Sinne: „Wir vertrauen auf ihn, der uns stärkt in diesen Zeiten etwas zu verändern.“ Den Handlungswillen habe ich in der KjG in vielen Phasen erlebt: Das Schlagwort wie „Schöpfung bewahren“ ist von KjGler*innen mitgeprägt worden. Das bedeutet, einen Handlungswillen zu zeigen, der nicht nur auf Expert*innenwissen beruht, sondern auch auf unserem Gottvertrauen.

 

Was ist eigentlich bei „Arche Noah – Umweltaktion von Kindern“ rausgekommen?

Ich denke, dass auf jeden Fall dabei rausgekommen ist, dass weite Kreise des Verbandes sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Unsere Gruppenarbeit für Kinder war dann nicht mehr nur Freizeitgestaltung, sondern auch ein Hingucken „Wo hakt es auf der Welt und im Leben“. Es ging darum, dass Kinder etwas verändern können in ihrem Nahbereich. Mit dieser politischen Arbeit für Kinder und mit Kindern waren wir unserer Zeit voraus. Und: Die Kinder, die damals 10 waren, sind heute 45 und ich denke und spüre, dass diese Zeit sie geprägt hat und hängengeblieben ist, nach dem Motto: „Wir müssen handeln, wir müssen selbst was tun.“

 

Danke für das Interview

 

(Das Interview führte die Öffentlichkeitsreferentin Babette Braun für die KjG)

Aufstehen für Abrüstung!

Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen – Wundervoll? Mutig? Oder einfach unwahrscheinlich? Unwahrscheinliches passiert! Die KjG hat das in Sachen Friedensarbeit in den 1980ern bewiesen, sogar Sozialisten hat sie an ihrer Seite wirken lassen, erinnert sich Hans Gerd Schwandt, er war 1982 zuständig für das Projekt und Buch „Aufstehen für Abrüstung“ …

Du bist über einen Freund bei Pax Christi mit der KjG in Kontakt gekommen, warst erst Zivildienstleistender dort und dann Referent für „Aufstehen für Abrüstung“. Du sagst „Die KjG hat sich an das Thema rangearbeitet“. Wie meinst du das?

Abrüstung und Friedensarbeit war ja ein politisches Thema, ein hochpolitisches Thema und auch sehr kontrovers. Das war die Zeit der Diskussionen um den Nato-Doppelbeschluss, es gab riesige Demos, z.B. in Bonn im Hofgarten. Und da sagte auf einmal ein katholischer Jugendverband offiziell: „Wir reihen uns jetzt ein in die Gruppe derer, die dagegen vorgehen.“ Ungewöhnlich. Kirche war sonst, wenn es um eindeutige Stellungnahme ging, immer so ein bisschen vorsichtig …

Friedensthema und -arbeit kam 1979 in der KjG auf, es gab zum Beispiel die Resolution zum Antikriegstag. Drei Jahre später dann „Aufstehen für Abrüstung“ Wie war das Echo in der KjG?
Es war nicht ohne, politisch so Stellung zu beziehen. Das hat innerhalb des Verbandes Diskussionen gebracht, es gabt DVs, die da nicht so ganz begeistert waren. Das war eine mutige politische Entscheidung, für die die BL damals gradestehen musste. Die KjG hatte schon eine besondere Position und Rolle.

Spannung durch Friedensarbeit - die Diskussion in der KjG ging so weit, dass man der Bundesleitung Manipulation unterstellt hat, weil sie auch eine Öffnung zum Osten einforderte …
Ja! Berlin war das damals, Berlin habe ich im Kopf, weil ich mich gewundert habe, dass grade so ein Großstadtverband so konservativ war. Das waren nicht die einzigen, es gab aber noch andere.

Die Bundesleitung hat sich mit einem offenen Brief zur Wehr gesetzt und später dann das Buch „Aufstehen für Abrüstung“ bei dir in Auftrag gegeben hat. Was wollte man denn damit erreichen?
Es ging darum, das Thema im Verband zu platzieren, sich damit auseinanderzusetzen, so dass wenn KjGler*innen von Pfarrern oder Eltern oder diesen erwachsenen Besserwissern gefragt wurden: „Was wollt ihr denn? Was meint ihr denn?“, diese fähig waren zu argumentieren und die richtigen Worte hatten, auch die Bundesleitung auf gremienebenen. Die Idee war: „Wir müssten etwas machen, womit man arbeiten kann, was man in der Hand hat.“

Was hatte es denn auf sich mit der vorgeworfenen „Ostsympathie“?
Das sieht man auch in unserem Buch „Aufstehen für Abrüstung“, das thematisieren wir in einem Artikel, diese Vorstellung: Die stehen zähnefletschend an der innerdeutschen Grenze und wollen über uns herfallen, der Warschauer Pakt als der Aggressor. Wir als KjG haben gegen die Logik der Abschreckung argumentiert, also gesagt, dass man mit diesem Feindbild nicht weiterkommt und Abschreckung nicht funktioniert. Also militärisch so stark sein, dass jeder weiß: Wenn er uns was tut, dann reißt ihn das selber ins Verderben, das funktioniert nicht.

1982 gab es einen Aktionstag und eine Aktionswoche zu „Aufstehen für Abrüstung“ unter dem Vorzeichen des gewaltfreien Widerstandes …
Ja, das war der Grundgedanke und die christliche Begründung. Wir haben biblisch argumentiert. Die Sache mit „halt die andere Wange hin“ ist nicht naiv, sondern ein politisches Programm. Das kann man nicht wörtlich übertragen, aber es gab die Idee der einseitigen Abrüstung, von Politikern entwickelt, aber wir haben das begründet. Die Botschaft Jesu ist eine der Gewaltfreiheit: „Wer das Schwert nimmt wird durch das Schwert umkommen“. Da trifft sich eine linke politische Idee mit der Bergpredigt. Im Handbuch übrigens auch …

Christlich katholische Ideen und linkspolitische in einem Buch?
In dem Buch sind eine Reihe von Zitaten aus Artikeln von Leuten vom „Sozialistischen Büro“, das war eine undogmatische linke Organisation. Die haben wir integriert. Das zähle ich auch unter „Mut der KjG“.

Was haben die Bischöfe dazu gesagt?
Die wussten das glaube ich nicht. Aber, ich hatte auch immer das Gefühl: Bei Pax-Christi stand immer der Bischof vor uns. Das ist bei der KjG ja nicht so, da war der Bischof, der für die Jugendverbände verantwortlich, der war eigentlich immer mehr so der Aufpasser, der das Schlimmste verhindert, meinem Empfinden nach. Da hat die KjG wirklich Mut bewiesen

Geendet hat dann diese sehr aktive Friedensarbeit mit den Umwälzungen im Osten und dem Mauerfall?
Naja, der Kalte Krieg war vorbei, die Block-Konfrontation war vorbei. Der Osten hat uns sein System nicht übergestülpt, im Gegenteil, es ist genau anders rum gekommen … Da hat das Thema an Präsenz verloren. Die Friedensproblematik ist eigentlich jetzt viel komplizierter und ein Kernthema der KjG ist sie ja geblieben.

 

Danke für das Interview

 

(Das Interview führte die Öffentlichkeitsreferentin Babette Braun für die KjG)

 

Mit der Aktion „Aufstehen für Abrüstung“ fordert die KjG Friedenssicherung durch Abrüstung und wendet sich gegen die atomare Abschreckung und insbesondere gegen die im NATO-Doppelbeschluss festgelegte Stationierung von Mittelstreckenraketen. Anliegen dieser Aktion war es auch Unfriedenssituationen im Alltag aufzuzeigen und anzugehen.

Der Name KjG - Ein lächerliches Problem?

„Wir finden es geradezu lächerlich“, empört sich eine KFG Führerinnenrunde im Mai 1970. „Die Abkürzung KFG war deutlich genug“ und eine Diözesanstelle KFG/KJG schreibt: „Warum wollt ihr überhaupt den Namen ändern? […] KJG/KFG hat sich eingebürgert …“ diese beiden Zitate spiegeln ganz gut die Kritik wider, welche aufbrandet, als die Katholische Frauenjugendgemeinde (KFG) und die Katholische Jungmännergemeinschaft (KJG) sich 1969/70 unter einen gemeinsamen Namen stellen wollen.

Nein, ein Zufallstreffer wie der Seelenbohrer ist der Name KjG nicht. Dahinter steckt ein Jahr Arbeit und Diskussion. Die mühsame Namenssuche zeigt, dass Zusammenwachsen Zeit braucht und die Zeit das Ergebnis prägt.

So war die Lage: Nach dem ersten Deutschlandtreffen der KFG und der KJG in Münster 1968 ist es eindeutig: die KFGlerinnen und die KJGler wollen ein Verband sein. Juni 1970 wird zur Verbandsgründung ins Auge gefasst. Dazu soll aber ein Name her …
1969 werden drei Werbeagenturen mit der Namenssuche beauftragt – deren Vorschläge lauten unter anderem:
„Centrum Junge Kirche“, „Gemeinde unter20“, „Junge Mission“, „Forum Quo Vadis“ …

Die Antwort: Eine Welle der Unzufriedenheit in KFG und KJG …
… und ein Rundschreiben der Leitungen an die Diözesen: Bitte fragt in euren Pfarreien nach Vorschlägen.

Die Diözesanleitungen fragen nach.

Die Antwort: Eine Welle der Unzufriedenheit in KFG und KJG (s.o.)
… soll doch alles so bleiben wie es ist.

Dann trudeln aber doch einige Vorschläge aus den Pfarreien ein:

„Aktion Junge Kirche“, „Jesus Rocker“, „Die jungen Betnix“, „Katholische Jugend Gemeinschaft“ …

Dann ist sie da, die Bundeskonferenz (BuKo) vom 12. - 17.06.1970 in Altenberg. KFG und KJG gründen einen gemeinsamen Verband und taufen ihn am 15.Juni auf den Naaaamen (Trommelwirbel): KJG „Katholische Junge Gemeinde“  – Kommt einem irgendwie bekannt vor …

Männerpower?

Nun fragt man aus heutiger Sicht misstrauisch: Haben sich da die Männer durchgesetzt? Nein, es ist viel, wie soll man sagen, menschlicher …: „Einer der Gründe für dies Wahl war, dass man bei einer doch recht bekannten Abkürzung für unseren Verband bleiben konnte und man sich so erspart hat, für etwas Neues zu werben“, erklärt es die damalige Bundesleiterin Annemarie Brodesser im Juli 1970.
Dass dafür die Frauen der KFG im Kürzel der Katholischen Jungmännergemeinschaft – KJG – aufgehen - sieht damals anscheinend allerhöchstens eine Minderheit als problematisch an. Denn: Der Name wurde per demokratischer Abstimmung auf der BuKo 1970 gefunden.

Der Gleichberechtigungsfrage bewusst, sind sich die KFGlerinnen und KJGler aber durchaus. Das wird klar, wenn man weiß, dass im Protokoll der BuKo 1969 in den Überlegungen zum gemeinsamen Verband steht: „…man lässt Frauen immer noch ungern im öffentlichen Leben aufkommen“ und „Wir müssen es ermöglichen, dass unsere Jungen und Mädchen eine echte Partnerschaft erlernen!“ und „Hinführung zur Partnerschaft muss also eine unserer ersten Aufgaben in der Bildungsarbeit sein.“
Gleichberechtigte Frauenpower soll also in jeder Hinsicht Bestandteil des gemeinsamen Verbandes sein: Mädchen und Jungen, Männern und Frauen besetzen paritätisch die Organe des gemeinsamen Verbandes auf allen Ebenen. Durchaus nicht üblich in Verbänden damals – und auch heute.

KJG - der größtmöglichen Freiheit zu Liebe

Um so erstaunlicher erscheint dann das Ergebnis vom 16. Juni 1970: „Mit 57 Ja- und 12 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen spricht sich die Bundeskonferenz für die alte Abkürzung KJG mit einer noch zu suchenden Interpretation aus.“
Die Interpretation konnte dann sein: A) Katholische Jugend-Gemeinschaft oder B) Katholische Junge Gemeinde. Version B wird es, mit 56 Stimmen.

Gründe dafür:

- Wir sind katholisch und nicht nur christlich.

- Das Wort Gemeinde gibt den Schwerpunkt unserer Arbeit an.

- Die Kombination „Junge Gemeinde“ zeigt an, dass wir uns nicht gleichschalten lassen werden, sondern kritisierend und gestaltend mitwirken.

- Im Sinne des Aktionsprogramms ist der Name auch offen gehalten für alle Gruppierungen und Gesellschaftsformen innerhalb einer Gemeinde: Jugendliche, junge Erwachsen, junge Familien, Hobby-Kreise …

So bleibt es dann auch bis 2010, da wird dann beschlossen, dass KJG nun KjG geschrieben wird.

KjG-Logo „Seelenbohrer“ - fast hätte es internationale Karriere gemacht…

Bei der Henne und dem Ei ist es ja nicht klar, was zuerst da war. Beim Seelenbohrer und der KjG schon – es war der Seelenbohrer, obwohl - das stimmt auch nicht ganz, sagt Alfred Klever …
Alfred Klever erfand den heutigen Seelenbohrer als Münster-Logo
Das Originalprogramm
Schwarz und rot – Gottesdienst unter dem Münster-Logo
Überall das neue Logo – auch beim Beat-Festival des KFG und KjG-Treffens 1968

Du hast dem KjG-Logo seine Form gegeben, 1967- und wie hast du es dann genannt?

Das hieß dann einfach „das Logo für Münster“.

Das Logo entstand, genau wie die KjG in Altenberg – allerdings 3 Jahre früher …
Ja, das Logo entstand bei einer Schulung für Plakat-Siebdruck 1967. Ich war da 19 Jahre alt und in den 1960ern Pfarrjugendführer in St. Lucia, Bensberg-Immekeppel. Darum habe ich an dem Kurs teilgenommen. Bei dem Kurs war auch die Suche nach einem Logo für das erste Deutschlandtreffen von KFG und KJG das Thema. Das sollte Pfingsten 1968 in Münster sein. Das hat dann ja auch stattgefunden. Das Motto des Treffens war: „Zur Antwort bereit“. Ich war ziemlich überrascht, dass mein Entwurf genommen wurde.

Wie wurde denn damals ein Logo auf die Bahn gebracht, so ganz ohne Computer?
Das war alles zeichnerisch. Nach dem Kursus habe ich das Logo zu Hause noch etwas für den Druck optimiert. Dann ging das an die Öffentlichkeitsarbeit der KjG und wurde in Druck gegeben. Es erschien dann im Programmheft und so weiter – außerdem gab es auch schon „give aways“, zum Beispiel Schlüsselanhänger, da kam das drauf und wurde in die Welt getragen.

Auf dem Programmheft von 1968 ist es rein schwarz, war der erste Entwurf nicht ein grüner Pfeil und ein roter Punkt?
Nein! Das ist eine Fehlinformation, die sich irgendwann eingeschlichen hat. Das Ursprungs-Logo war ein schwarzer Pfeil mit einem roten Punkt. Der rote Punkt ist ja eben auch der Kern der ganzen Sache. Auf dem Programm war es aber aus Kostengründen ganz schwarz gedruckt.

Es gibt auch viele Deutungen des Seelenbohrers…
Das Logo ist eigentlich einfach erklärt, es bezog sich ja auf das Motto von Münster „Zur Antwort bereit“. Es hat den Inhalt, dass man angesprochen wird, auch von oben, und wenn man das erkennt, lässt man seine Gedanken kreisen, bringt es für sich auf den Punkt und ist dann bereit zur Antwort. Darum beginnt der Pfeil oben, kreist und endet dann auch oben. Der rote Punkt ist der Kern der Sache. Den Italienern hat das Bild übrigens so gut gefallen, die wollten das Logo wohl gleich mitnehmen …

… das Logo einkassieren? Welche Italiener wollten das?
So genau weiß ich das nicht. Irgendwelche Jugendverbände, hat man mir gesagt. Also: Die waren in Münster Pfingsten 1968, auf dem Treffen zu Gast. Daraufhin kam die Erzdiözese Köln auf mich zu und meinte, es sei sicherer, wenn sie die Rechte an dem Logo übernähme, falls es rechtliche Diskrepanzen gäbe. Für 500 DM hat die Erzdiözese die Rechte dann übernommen. Nutzungsrechte und Urheberrechte wurden damals noch in einen Topf geworfen…

Findest du das schade, dass dein Logo keine internationale Karriere gemacht hat?
Nö, das hatte ich ja für einen Zweck gestaltet.

Hast du eigentlich sofort mitbekommen, dass du das bundesweite Logo der KjG erschaffen hast?
Nein. Für Münster 1968 habe ich ja noch das Programmheft gemacht und dann vor Ort Fotos. Bei der Gründung der KjG 1970 war ich selbst dann aber gar nicht mehr dabei. Da war ich schon raus, im Beruf. Im hektischen Alltag der Werbeagentur ist mir die Zeit ausgegangen. Ich bin dann 2011 von der KjG angerufen worden und zu dem Logo befragt worden. Da habe ich das erst mitbekommen, dass es das noch gibt.

Was hast du gefühlt, als du gemerkt hast, welche Karriere das Logo als Seelenbohrer gemacht hat?
Eigentlich habe ich mich sehr gewundert. Aber im Grunde ist es doch so: Es muss ein gutes Logo sein, wenn es so lebendig ist. Wenn es sogar einen Spitznamen bekommt und so viele Arten der Interpretation. Dann hat das Logo seinen Nutzen als Symbol erreicht. Ich komme ja beruflich aus der Werbung und da sagt man: „Logos, die einen Spitznamen bekommen,
 die leben ewig“.

Und wie ist das mit der Verbindung von der KjG und dir?
Von der KjG habe ich sehr viel mit in mein Leben genommen. Die hat mir sehr viele Grundwerte mitgegeben, die mir dann auch im Berufsleben ungemein geholfen haben. Also: Teamfähigkeit, Offenheit, Führungsqualitäten und Rücksichtnahme, besonders für Minderheiten. Dafür bin ich heute noch dankbar.

Danke für das Interview 

(Das Interview führte die Öffentlichkeitsreferentin Babette Braun für die KjG)

 

 

Ein Seelenbohrer – zahlreiche Interpretationen

Der Seelenbohrer wird 1968 beim Deutschlandtreffen der beiden Verbände so erklärt:
Der Punkt in der Mitte bedeutet: Christus, die Frohe Botschaft, das Leben.
Der Balken, der sich um den Punkt bewegt, symbolisiert die Menschen, die aus ihrem Glauben heraus versuchen, sich den Problemen zu stellen und Antwort zu geben.
Der Pfeil deutet Dynamik an. Sich auf den Boden der Botschaft Christi zu stellen, heißt zugleich, vorwärts gehen und Ziele verfolgen.

Gedanken zum Seelenbohrer von KjGler*innen:

"Die KjG ist wie ihr Seelenbohrer, von außen kantig und eckig, um Gesellschaft und Kirche anzustoßen; nach innen rund in ihrem Glauben an Gott, mit ihren Vorstellungen von einer gerechten Welt und mit ihrem Ziel, diese Vorstellungen zu verwirklichen."

"Ein Pfeil von außen kommend kreist um ein Zentrum und stößt dann weiter nach außen. Das bedeutet: Ein Mensch nimmt Impulse von außen auf, er be- und verarbeitet sie und sendet sie dann wieder nach außen, z.B. indem er darauf reagiert."

Manchmal, so behaupten jedenfalls böse Zungen, soll allerdings auch die scherzhafte Auslegung des Emblems zutreffen: Immer um den heißen Brei herumreden und wenn es dann darauf ankommt, haarscharf an der Sache vorbeizielen.

Neues Design für den Seelenbohrer

Im Jahr 2012 wurde der Seelenbohrer im Rahmen des Corporate Design-Prozesses der Bundesebene einer Verjüngungskur unterzogen. Für das neue CD wurde seine Form vereinfacht und dynamisiert. Er wurde aus seinem Rahmen befreit und kann nun auch allein an prominenter Stelle stehen.
Inwiefern sich der Seelenbohrer im Laufe der Zeit gewandelt hat, könnt ihr gut an den untenstehenden historischen Abbildungen erkennen.

KjG: Einer der größten Jugendverbände Deutschlands boykottiert Nestlé

Unter dem Motto „Nestlé Ade“ hatte der Jugendverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) bereits letztes Jahr im Juni einen Boykott von Nestlé-Produkten beschlossen. Die Aktion zeigt jetzt Wirkung: Nestlé hat reagiert – und den Verband zum Gespräch eingeladen.

Dem Lebensmittelkonzern Nestlé wird immer wieder vorgeworfen, Arbeitnehmer*innenrechte zu ignorieren, Kinderarbeit zu akzeptieren oder riesige Flächen bedrohten Regenwalds für Palmöl zu roden. Unter dem Motto „Nestlé Adé“ hatte der Bundesverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) im Juni 2019 den Boykott von Nestlé-Produkten beschlossen. Er ruft seine Gruppen und Vereine bundesweit dazu auf, mitzumachen. So will die KjG auf das Fehlverhalten von großen Konzernen aufmerksam machen und sie zum Umdenken bringen.

Nestlé-Boykott hat Signalwirkung

Konkret soll künftig in den Bildungsstätten und Häusern, die sich in Trägerschaft des Jugendverbands befinden, auf alle Produkte von Nestlé und seinen Tochterfirmen verzichtet werden. Aber auch auf Veranstaltungen, in den einzelnen Jugendgruppen und Vereinen.

Die KjG ist nach eigenen Angaben einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland. Er zählt mehr als 80.000 Mitglieder. Insofern hat der Nestlé-Boykott eine große Signalwirkung.

KjG stellt Infomaterial bereit

Damit der Boykott deutschlandweit in den einzelnen Vereinen und Gruppen umgesetzt werden kann, hat die KjG eine Info-Broschüre herausgegeben. Dort findet man unter anderem Informationen zur Kritik am Konzern und alle zu Nestlé gehörenden Unternehmen.

Das Ziel sei jetzt, alle 24 Diözesanverbände, also die kleineren Verwaltungseinheiten der KjG, mit an Bord zu holen. Sie sollen soweit informiert werden, dass sie den Boykott in ihren Vereinen, Jugendgruppen und auf Veranstaltungen umsetzen können, erklärt Marc Eickelkamp, Bundesleiter der KjG. „Das Problem ist ja, dass viele gar nicht wissen, welche Marken alle zu Nestlé gehören.“

Der Verband versucht, das Thema auch an anderen Orten anzusprechen. „Zum Beispiel in Jugendherbergen. Unsere Intention ist dabei, die Problematik nach außen zu tragen und Aufklärung zu betreiben,“ sagt Eickelkamp.

Verzicht ist gar nicht so einfach

Herausforderungen sieht er besonders bei der Umsetzung vor Ort oder bei Veranstaltungen. Etwa Ersatz für Snacks aufzutreiben, die man auf Konferenzen so esse, wie Kitkat oder Smarties. Auch bei sich selbst hat Eickelkamp festgestellt, dass der Verzicht gar nicht so einfach ist. „Mir ist es zum Beispiel schwergefallen, auf die Schoko-Karamell-Riegel Rolo zu verzichten. Die habe ich seit meiner Kindheit gegessen – das geht jetzt eben nicht mehr.“

Snacks von Nestlé kommen für die KjG nicht mehr infrage. (Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Dabei zweifelt er nicht am Erfolg des Boykotts und ist zuversichtlich, dass deutschlandweit alle Verwaltungseinheiten der KjG mitmachen, „wir boykottieren jetzt auch schon seit fast zehn Jahren Coca-Cola und das klappt gut.“

„Wir sind nicht irgendeine Vereinsgruppe“

Angesichts der Größe des Verbands ist es nicht verwunderlich, dass Nestlé auf den Boykott reagiert und sich mit der KjG in Verbindung gesetzt hat. Ende Januar kam es zu einem Treffen, bei dem Nestlé seine Nachhaltigkeitsbemühungen dargelegt hat.

Die KjG war davon nicht überzeugt. Eickelkamp sagt Utopia gegenüber: „Wir haben uns in unserem Verband sehr intensiv mit Nestlé sowie unserer Vorstellung von fairem Handel bzw. kritischen Konsum auseinandergesetzt. Vor dem Hintergrund dieser Expertise sind wir mit einer kleinen Delegation ins Gespräch gegangen. Uns war wichtig zu zeigen, dass wir nicht irgendeine Vereinsgruppe sind“, sagt Eickelkamp. Er betont, dass der Verband auch nach dem Gespräch weiter an einem kritischen Konsum festhalten will – und auch in Zukunft auf Nestlé-Produkte verzichten wird.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Katholischer Jugendverband ruft zu Boykott gegen Nestlé auf! - Interview im Domradio

Im Juni 2019 beschloss die KjG auf der Bundeskonferenz: "Nestlé Adé!" - in Zukunft boykottiert die KjG den Nestlé-Konzern. Das zeigt Wirkung: am Montag, den 27. Januar traf die KjG auf Einladung Nestlé zum Gespräch. Am Treffen nahmen von der KjG teil: die Bundesleitung, Mitglieder des internationalen Ausschusses sowie der Diözesanverbände Münster und Essen. Hier erfahrt ihr, was dabei passiert ist:

Die Katholische junge Gemeinde ruft dazu auf, die Firma Nestlé zu boykottieren. Unter dem Motto "Nestlé Adé!" kritisieren sie die Arbeits- und Umweltbedingungen des Konzerns. Nun kam es zu einem ersten Gespräch der ungleichen Kontrahenten.

DOMRADIO.DE: Was ist bei diesem Gespräch herausgekommen?

Marc Eickelkamp (Bundesleiter der Katholischen jungen Gemeinde / KjG): Grundsätzlich haben wir versucht, erst einmal zu klären, was unsere Kritikpunkte sind. Nestlé hat ausführlich dargelegt, was sie schon tun, um diesen Kritikpunkten entgegenzuwirken und welche Projekte bereits laufen. Wir haben uns erst einmal ausgetauscht und hoffen, dass wir da weiter im Diskurs bleiben können.

DOMRADIO.DE: Was sind Ihre Kritikpunkte an Nestlé?

Eickelkamp: Wir als katholischer Jugendverband arbeiten ja vor allem auf Grundlage der christlichen Werte, des christlichen Menschenbildes und versuchen auch die Schöpfung zu wahren. Das macht uns vielleicht ein bisschen besonders im Vergleich zu anderen Organisationen, die auch Nestlé kritisieren. Wir haben vor allem aus unserer Perspektive die Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen in den Blick genommen, für die Nestlé Verantwortung trägt.

Das heißt konkret: Wenn Nestlé bei verschiedenen Anbietern wie Kleinbauern oder Gemeinschaften vor Ort - zum Beispiel in Afrika - Kakao einkauft, dann müssen sie auch die Verantwortung dafür übernehmen, was dort passiert. Das ist eine Sache, die aus unserer Sicht bisher nicht konsequent passiert. Im Bereich der Wasserrechte und Wassernutzung gibt es immer noch Standorte, wo Nestlé versucht, die Situation zu verbessern, sie aber immer noch nicht gut ist.

DOMRADIO.DE: Was sagt Nestlé dazu? Was wird sich ändern oder verbessern?

Eickelkamp: Es gibt verschiedene Programme, die aber auch schon in der Vergangenheit in ähnlichem Umfang durchgeführt worden sind. Bildungsprogramme vor Ort, die Kindern die Möglichkeit eröffnen sollen, in den Genuss von Schulbildung zu kommen, damit sie beispielsweise nicht auf Plantagen arbeiten müssen. Wir haben auch angemahnt, dass Kinderarbeit immer noch in afrikanischen und südamerikanischen Staaten übllich ist und Kinderrechte nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern konsequent umgesetzt werden müssen. Ich würde sagen, das ist einer der Punkte, wo es noch nicht gut funktioniert.

In puncto Wasser gibt es neue Standards, die Nestlé umsetzen möchte, bei denen sie auch mit anderen Kooperationspartnern zusammenarbeiten, um zu überlegen, was verbessert werden kann. Es gibt Standards, die schon angewendet werden. Aus unserer Sicht kann man da aber noch eine Schippe drauflegen. Wir würden immer sagen, wir müssen den höchsten Ansatz wählen, um das Bestmögliche für uns herauszuholen. Nestlé versucht dabei erst mal, Transparenz zu schaffen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, nach den Gesprächen wird der Kontakt jetzt von Ihrer Seite sicherlich nicht abbrechen. Sie werden da weiter dran bleiben und auch ein bisschen überprüfen, ob sich denn etwas verändert, oder?

Eickelkamp: Wir haben über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich immer noch skeptisch bin. Wir haben aber auch nicht erwartet, dass sich nach einem Gespräch irgendwas verändert. Es war aber gut, mal zu hören, was die Gegenseite schon tut. Wir sind aber nicht ganz zufrieden, weil wir mit unserem Boykott eine Veränderung erhoffen. Vielleicht ist die Veränderung aber weniger konkret bei Nestlé zu verorten, sondern bei jedem und jeder selbst. Wir haben es als Verbraucher und Nutzer von Produkten ein bisschen selber in der Hand, wie wir damit nachhaltig und zukünftig umgehen wollen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, auch ein Aufruf an uns alle, das genau zu überprüfen, was Nestlé so tut oder eben auch nicht tut?

Eickelkamp: Ich würde es sogar noch erweitern: Wir haben uns Nestlé als Konzern ausgesucht, mit dem wir ins Gespräch kommen wollen und den wir exemplarisch boykottieren, weil es der weltgrößte Konzern ist, der Nahrungsmittel vertreibt und von dem wir auch wissen, dass es da schon Problemlagen gab. Das heißt nicht, dass es bei anderen Großkonzernen wie Pepsi oder Coca Cola besser läuft, die wir als Dachverband BDKJ seit 2007 boykottieren. 

Ich würde mal pauschal behaupten, wir müssten tatsächlich als Verbraucher und Nutzerinnen überlegen, wo die Lebensmittel dieser Konzerne herkommen, und uns fragen, warum wir diese nicht regional, lokal oder saisonal bei einem regionalen Anbieter oder bei einem Bauern in der Umgebung kaufen, um diese Strukturen zu nutzen und zu stärken.

Das Interview führte Carsten Döpp.

Zeitreise durch die Geschichte der KjG

Auf ins KjGeniale Jubiläumsjahr!

2020 feiern wir 50 Jahre KjG. Wir wollen mit euch auf eine Zeitreise gehen, in den nächsten Wochen die vergangenen KjG-Jahrzehnte Revue passieren lassen und auf unsere Verbandsentwicklung zurückblicken. Zu einigen unserer Rückblicke werdet ihr auch auf unserer Homepage spannende Artikel finden!

#KjG #50Jahre #RäumefürUtopien #Zeitreise #Verbandsentwicklung #Rückblick #throwbackthursday

Doppelt gut macht KjG

Die Vorgänger*innen der heutigen KjG und ihre Geschichte...

Unbestreitbar, die Männer waren zuerst da – die katholischen Jungmänner und sie trugen einen Verband: den „Katholischen Jungmännerverband“, der gründete sich 1896 in Düsseldorf. Sozusagen ein Vorläufer der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“, diese Jungmännergemeinschaft kam bildlich gesprochen 51 Jahre später „nachgelaufen“. Im Klartext: Die „Katholische Jungmännergemeinschaft“ wurde 1947 gegründet. In der Zeitspanne zwischen der Gründung der beiden Zusammenschlüsse lag viel Sturm, das Verbot nichtstaatlicher Jugendverbände, Krieg, Tote, grausames Erwachen und ein Neuanfang für Deutschland in Europa. Ein Freizeitverband war es, was die „Katholische Jungmännergemeinschaft“ 1947 ihrem Selbstverständnis nach sein wollte. Paul Robert B.: “Politisches stand für uns gar nicht im Sinn – das hätten wir auch nicht gewollt.“

Zugegeben, groß war der Vorsprung der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“ nicht: 1910 machten die Frauen im Bistum Paderborn den ersten Schritt und schlossen sich zum Diözesanverband der Jungfrauenvereine zusammen. Im Dezember 1915 folgte dann in Köln die Gründung des Zentralverbandes der Jungfrauenvereine Deutschlands.

1954, nach Ende des Verbotes durch die Nationalsozialisten und den Kriegswirren, meldete sich die weibliche Jugend erneut laut zu Wort. Mädchen und junge Frauen wollten aktiv mitgestalten und gründeten die „Katholische Frauenjugendgemeinde“ (KFG) in Hardehausen bei Paderborn. Die KfG-Frauen und -Mädchen machten es sich zur Aufgabe, „das Leben der Jugend in der Gemeinde zu aktivieren und soziale Aufgaben zu übernehmen.“ (S.21 forum KFG 6/1969 2. Jahrgang). Die Freizeitgestaltung stand im Mittelpunkt.

Marianne K. war dabei, als 9Jährige: „In meiner Gruppe haben wir viel gelesen, Bücher von Pearl S. Buck, der Nobelpreisträgerin für Literatur. Ein kleines bisschen Aufklärung gab es auch, aber nur ganz vorsichtig. Wir haben auch sehr viel gesungen: ‚Wenn die bunten Fahnen wehen ...‘, und so – das waren noch die alten Lieder, aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Oft gesprochen haben wir über Religion, dazu kam auch der Kaplan. Ich war sehr fromm, Gebet hat mir viel bedeutet.“

1958, mit 16, war Marianne dann selbst Pfarr-Gruppenleiterin: „Wir sind in Jugendherbergen gefahren, gewandert. Am tollsten war das große Treffen zum 1. Mai in Altenberg, das war schon international. Wir haben die Freizeit gestaltet. -Es gab ja auch nichts anderes, an Sportvereine kann ich mich nicht erinnern …“

Den Jungs aus der „Katholischen Jungmännergemeinschaft“ sind die Mädchen im Frühgottesdienst begegnet oder beim Bannerhalten zum Hochamt, auf Prozessionen ...

„Wir haben auch zusammen Theater gespielt oder Karneval gefeiert, waren beim Katholikentag“, so Marianne K..

Die jungen Frauen für die KFG sollten aus der der „Frohschar“ der Pfarrgemeinden gewonnen werden und – bitte – auch die „klare Absprache mit anderen Gliedgemeinschaften, vor allem mit der KJG!“ war gewünscht.

Ernstgenommen haben das die jungen Frauen und Männer der beiden katholischen Jugendgemeinschaften – 1966 kam es dann zum ersten Mal zu einer Zusammenarbeit bei der Aktion Mosaik.

 „Revoluzzer und Protestler“ hieß es dann Pfingsten 1968 – der erste Skandal, den man gemeinsam (nicht beabsichtigt) angezettelt hat. „Katholische Frauenjugendgemeinde“ und „Katholische Jungmännergemeinschaft“ fordern „eine Demokratisierung von Kirche und Gesellschaft, die sie aktiv mitgestalten wollen, indem sie sich sozial engagieren, die Interessen von Jugendlichen vertreten und den Abbau von autoritären Strukturen proklamieren. Damit nehmen die Verbände von ihrer bis dahin kirchenunkritischen Haltung Abschied.“ (Becher, S. 31) Die Öffentlichkeit ist hin und hergerissen zwischen: „Na endlich!“ und „Unerhört!“. „Katholische Frauenjugendgemeinde“ und „Katholische Jungmännergemeinschaft“, sind sich um so einiger. Sie machen ihre Einigkeit auch deutlich. Eines der vielen Zeichen: forum - Die Werkblätter für die Jugendarbeit in der Gemeinde, erscheint ab der Ausgabe August./September 1968 als gemeinsame Ausgabe, nicht mehr nach Geschlechtsverbund getrennt. Weiteres folgt …

Der Friede als Weg der Hoffnung

Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr

Mit dem Motto des diesjährigen Weltfriedenstags: „Der Friede als Weg der Hoffnung: Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr“ wird der Friede als Weg der Hoffnung gewürdigt. Papst Franziskus macht den Menschen Mut, sich auf diesen Weg einzulassen und alle Bemühungen und Schritte hin zu mehr Frieden wertzuschätzen. Die entscheidenden Schritte auf diesem Weg sind Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr.

Material gibt es unter: https://www.bdkj.de/aktionen/weltfriedensgebetstag/