Gefunden: Wortbild für vielfältige Gottes+bilder

Nach der Buko 2022 (30.03. – 03.04.) konnten wir feststellen: Die KjG hat sich auf die Suche nach Gottes+bezeichnungen gemacht, die mehr umfassen, als die männlich weiße Vorstellung von Gott+. Künftig drückt der Verband seine Vorstellung vielfältiger Gottes+bilder als KjG mit einem + aus. So transportiert die KjG die Vielfältigkeit Gottes+ in ihrem Wortbild, in Schriften und Aktionen des Verbandes.  Wie wir von Gott+ sprechen, prägt auch unser Menschenbild. Die Vorstellung von Gott+ als altem, weißem Mann mit Bart greift theologisch zu kurz und erschwert vielen jungen Menschen den Zugang zu Gott+.

Die Verbindlichkeit der Nutzung von Gott+ gilt zwar nicht für die einzelnen Diözesanverbände, diese
greifen das Thema jedoch im Rahmen ihrer je eigenen Möglichkeiten auf, befassen
sich in individuell passenden Formen und Formaten damit und überprüfen auch ihre
Glaubenskommunikation in dieser Hinsicht.

Die Debatte dazu war auf Bundesebene auf dem Herbstbundesrat 2021 eröffnet worden. Die KjG hatte Bundesebene hatte aber keinen Beschluss gefasst. Am 24.10.2021 eine Abschluss-Pressemitteilung herausgegeben zum Stand der Debatte um den Antrag zu vielfältigen Gottesbildern hieß es dort:

Diskutiert: „Gott*“ Engagiert und mit Sorgfalt ist die KjG auf der Suche nach Gottesbezeichnungen, die mehr umfassen als die männlich weiße Vorstellung von Gott. Hierbei bezieht sie alle Ebenen des Verbandes ein. Die KjG vertritt den Standpunkt, dass die Möglichkeiten der Gottesbilder vielfältig sind. Wie wir von Gott sprechen, prägt auch unser Menschenbild. Diese Erkenntnisse sind nicht neu. Neu ist aber, dass immer mehr Gläubige von der Vorstellung eines männlich patriarchalen, weißen Gottesbildes befremdet sind und das auch laut sagen. Die männlich weiße Vorstellung von Gott greift theologisch zu kurz und erschwert vielen jungen Menschen den Zugang zu Gott. Andererseits ist für viele Katholik*innen mit der Verwendung des Gottesbegriffs im tradierten Sinne religiöse Heimat verbunden. Die Einführung von „Gott*“ wird daher innerhalb des Verbandes sensibel vorbereitet.

Sowohl die kirchlichen wie auch die weltlichen Medien fanden die Beschäftigung der KjG mit dem Thema und den Input der KjG in den kirchlichen/gesellschaftlichen Diskurs bemerkenswert.
Innerhalb der Reihen der Bischöfe gab es offene als auch ablehnende Reaktionen. Theolog*innen haben sich zum Thema ebenfalls sowohl dafür als auch dagegen geäußert (Stichwort heilsame Irritation) geäußert.
In den SocialMedia gab es eine lebhafte Diskussion. Menschen schrieben Mails und Briefe an die Bundesstelle.

KjG-Beschlüsse zu Gott* bzw. Gott+

2021-03 Frühjahrs BuRa Beschluss Beschäftigung mit Gottesbildern im Verband
2021-10 Herbst BuRa Beschluss zu Beschäftigung mit Gott*
2022-04 BuKo Beschluss Vielfältige Gottesbilder – Gott+

Reaktionen der Öffentlichkeit Frühjahr 2022

Die KjG erweckte internationales Interesse, es gab Interviewanfragen aus Großbritannien, Österreich und der Schweiz

Presse-Reaktionen:

Radio/TV-Interviews:

Bundesleiterin Julia Niedermayer bei Bayern 3, 8.4.2022
Bundesleiterin Julia Niedermayer bei Radio Ton, 11.4.2022 (Teil 1)
Bundesleiterin Julia Niedermayer bei Radio Ton, 11.4.2022 (Teil 2)
Bundesleiterin Julia Niedermayer bei ntv, 8.4.2022

Reaktionen der Öffentlichkeit Herbst 2021

An dem Thema der Debatte gab es ein starkes Medieninteresse, sowohl von kirchlichen wie auch von weltlichen Medien. Das Interesse kam von deutschen und internationalen Medienanbietern. Beide großen deutschen weltlichen Presseagenturen, dpa und Reuters, fanden den Input der KjG in die kirchliche/gesellschaftliche Debatte bemerkenswert und nahmen die Meldung auf. .

Auch aus der Reihen der Bischöfe gab es Reaktionen, beispielsweise durch den Jugendbischof Johannes Wübbe, der die Diskussion begrüßte. Der BDKJ äußerte sich positiv zur Debatte und hob hervor, dass dank der KjG in der Öffentlichkeit wieder über Glaubensinhalte gesprochen werde.

Gesprochen wird über die verbandsinterne Debatte in vielen Formen, auch als Beiträge von Blogger*innen/Kabarettist*innen – mal pro, mal contra.
Ein Autor hat sich gemeldet, er hatte ein Buch „Miss God“ geschrieben.

Auszug aus verschiedenen Radio-Interviews

Bundesleiterin Julia Niedermayer bei Domradio, 25.10.2021
Geistliche Bundesleiterin Rebekka Biesenbach bei BBC 4, 14.11.2021 (Teil einer Diskussionssendung über Gottesbilder)

Auszug aus Print- & Online-Medien (alphabetisch)

Auszug aus TV- & Online-Videos (alphabetisch)

Offener Brief an die Teilnehmer*innen der dritten Synodalversammlung, Frankfurt/Düsseldorf, 03.02.2022.

Sehr geehrte Teilnehmer*innen der Synodalversammlung,

zur letzten Synodalversammlung Ende September 2021 haben wir Ihnen unseren Zuspruch in Form von „Nur-Mut!“-Nüssen zukommen lassen. Wir wollen auch weiterhin unsere Unterstützung für das anstrengende, mutige und zukunftsgewandte Ringen ausdrücken und Ihnen als KjG sinnbildlich den Nussknacker reichen.

Die „harten Nüsse“ sind noch immer zu knacken und der Tisch liegt voll mit vielen wichtigen Reformen. Zugleich macht jedes weitere veröffentlichte Gutachten die Enttäuschung und die Dringlichkeit größer, die in der MHG Studie benannten Faktoren schnellstmöglich und konsequent anzugehen. Sätze wie „Viele Menschen in Deutschland verlieren zunehmend das Vertrauen in ihre Kirche und wenden sich von ihr ab.“ sind aktuell und gewinnen zunehmend an Dramatik. Es würde so vielen Menschen, gerade jungen Menschen, helfen, wenn sie zur Abwechslung Gutes über ihre Kirche sagen könnten. Wenn die Überschrift in der Zeitung „Die Katholische Kirche in Deutschland beschließt umfangreiche, strukturelle Änderungen und will sie ab sofort umsetzen“ wäre. Einfach gesagt, wenn die katholische Kirche in Deutschland jungen Menschen einen Grund geben würde, sich nicht dafür rechtfertigen zu müssen noch immer katholisch und engagiert zu sein. Wenn Angebote für Kinder und Jugendliche nicht auch immer die Frage: „Sind meine Kinder in dieser Organisation sicher?“ mit sich bringen würde, da nach außen klar wird – die Risikofaktoren sind bekannt und werden konsequent ausgemerzt. Worte allein helfen nicht mehr.

Wir als KjG glauben daran, dass Sie die Möglichkeit für zukunftsfähige Veränderung haben. Wir bitten Sie inständig: Gehen Sie echte Reformen an! Lassen Sie die Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte Kirche eine Mahnung sein. Wenden Sie sich gegen ausgemachte Risikofaktoren: Setzen Sie sich für Kinder- und Menschenrechte in Lehre und Kirche ein, schaffen sie veraltete moralisch aufgeladen Erwartungen wie den Zölibat ab, brechen Sie mutig bestehende Machtstrukturen auf. Diskriminierung lässt sich nicht mit unserem Glauben vereinbaren, denken Sie weiterhin groß und setzen Sie sich dadurch für eine vielfältige, gerechte Kirche für alle Menschen ein. Die Umsetzung von Menschen- und Kinderrechten sollte selbstverständlich sein und für solch grundlegend wichtige Themen in der Versammlung zu bleiben erst recht. Es ist groß von allen, die sich für uns in den Diskurs geben und um solche Selbstverständlichkeiten, wie die Wahrung von Kinder- und Menschenrechten, in der Synodalversammlung streiten. Ihnen wollen wir weiterhin sagen “Nur Mut! Die KjG steht hinter Ihnen!“. Sie wirken für uns und Ihr Engagement wird gesehen und geschätzt.

In den Entscheidungen der Synodalversammlung sollte Barmherzigkeit und Nächstenliebe im Vordergrund stehen, ganz nach dem Vorbild Jesu. Unsere Kirche muss nah an der Lebensrealität der Menschen sein und ihnen einen sicheren Ort für ihren Glauben bieten. Unsere Kirche lebt davon, dass sie ein breites Spektrum von Meinungen zulässt und anerkennt. Menschenrechte und Diskriminierungsfreiheit müssen dabei unbedingt geachtet werden.

Der Synodale Weg hat durch die MHG-Studie den klaren Auftrag bekommen, den unzureichenden Umgang von Missbrauchsfällen zu ändern. Die Kirche in Deutschland muss jetzt alles umsetzen, was bereits kirchenrechtlich möglich ist, um systemisch unterstützten Missbrauch zu verhindern. Wir sehen darüber hinaus auch die Dringlichkeit, sich mit aller Kraft in der Weltkirche dafür einzusetzen, strukturelle und systemische Ursachen von Missbrauch zu beheben.

Nehmen Sie all diese sprichwörtlichen harten Nüsse auf und seien Sie sich gewiss: wir kriegen diese Nüsse geknackt. Als katholischer Kinder- und Jugendverband unterstützen wir Sie im Namen von Kindern und Jugendlichen darin, an einer Kirche als zukunftsgewandten, sinnstiftenden und sicheren Ort zu wirken.

In bestärkender Verbundenheit – Nur Mut!

Düsseldorf/Frankfurt, 29.09.2021

Nur Mut! – Stellungnahme der KjG-Bundesleitung zur zweiten Synodalversammlung

Die KjG fordert Synodalteilnehmer*innen auf: Nur Mut! Wir brauchen dringend zukunftsgewandte Veränderungen für eine glaubwürdige Katholische Kirche!

In einem offenen Brief an alle Teilnehmer*innen der Synodalversammlung fordert die Bundesleitung der Katholischen jungen Gemeinde diese auf, mutige Wege zu gehen und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Kirche zu wirken.

Insbesondere das Engagement um sichere Räume für Kinder und Jugendliche ist der KjG ein großes Anliegen. „Wir müssen Aufarbeitung konsequent anpacken und auf allen Ebenen ernst nehmen, wenn wir Kirche als einen sicheren und geschützten Ort für alle Menschen beschreiben!“, sagt Julia Niedermayer, Bundesleiterin der KjG. Kirche zeige aktuell weder in Deutschland noch weltweit, dass Aufarbeitung konsequent angegangen wird, meint Niedermayer in Hinblick auf die kürzlich in Rom getroffenen Entscheidungen bezügliche der Bischöfe Heße, Wölki, Schwaderlapp und Puff. „Es ist für junge Menschen nicht nachvollziehbar, dass die missbräuchliche Instanz eigenständig darüber richtet, ob Vertuschung von Missbrauchstaten ohne Absicht geschieht und insbesondere Geweihte dadurch keine weitreichenden Konsequenzen erfahren.“

Außerdem fordert die KjG die Synodalteilnehmer*innen auf, sich für eine gleichberechtigte Kirche einzusetzen, die in allen Belangen bei den Menschen ist. „Es geht darum, Menschen in all ihrer Würde anzunehmen und sie als gleichberechtigte Kinder Gottes in unserer Kirche vorkommen zu lassen. Gleichgeschlechtlich liebende Menschen und ihre gleichberechtigt und verantwortungsvoll geführten Beziehungen müssen als Geschenk anerkannt und genauso gewürdigt werden wie die Verbindung zwischen Mann und Frau!“, so Niedermayer weiter.

Der Standpunkt der KjG: Es braucht eine Neubewertung der kirchlichen Sexualmoral im positiven Sinne. Diese muss sich auch auf die Gestaltung der Priesterausbildung auswirken: sie muss lebensnah und den Menschen zugewandt von statten gehen. Außerdem ist es für die KjG unerlässlich, den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Diensten und Ämtern zu ermöglichen, um dem gemeinsamen durch die Taufe gegebenen Sendungsauftrag gerecht zu werden. Nur so kann im Sinne der Menschenrechte und der Gott gegebenen Würde aller Menschen agiert werden.

In ihrem offenen Brief unterstützt die KjG die Synodalteilnehmer*innen mit dem Zuspruch „Nur

Mut!“. Die sinnbildlichen harten Nüsse sind nicht einfach zu knacken, aber die KjG ist davon überzeugt, sie können konstruktiv geöffnet werden. In ihrem offenen Brief bietet die KjG den sinnbildlichen Nussknacker an und bestärkt so die Synodalen: Als Kinder- und Jugendverband unterstützen wir das mutige Ringen um eine Kirche, die sicherer und lebenswerter Ort für alle Menschen ist.

Walnüsse und Schriftzug Nur Mut! Für eine zukunftsfähige Kirche!

Gerne teilen:
Das Bild zum Statement „Nur Mut! Für eine zukunftsfähige Kirche!

PDF: Nur Mut! – Stellungnahme der KjG-Bundesleitung zur zweiten Synodalversammlung

PDF: Offenen Brief KjG an alle Teilnehmer*innen der Synodalversammlung

03) Glaube

Stellungnahme der KjG-Bundesleitung zu Konsequenzen aus dem Kölner Missbrauchsgutachten

Kardinal Woelki hat eigene Versäumnisse eingeräumt und gemeinsam mit dem Generalvikar nächste Bearbeitungsschritte angekündigt. Getan hat er das in einer Pressekonferenz am 23.03., fünf Tage nach Veröffentlichungen des Missbrauchsgutachten der Strafrechtler*innen Kerstin Stirner und Björn Gercke. Weitere Bistümer wie Aachen und Berlin haben bereits Gutachten veröffentlicht, andere Bistümer wie München, Münster und Essen haben Gutachten in Auftrag gegeben, andere Bistümer wiederum stehen noch an der Stelle, Präventionsleitlinien flächendeckend zu erarbeiten.

Als KjG-Bundesleitung lässt uns die Bekanntmachung vom 23.03.2021 in Köln unzufrieden zurück. Natürlich ist die Vorstellung des Gutachtens und auch die Ankündigung weiterer Schritte ein Anfang in Bezug auf die Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt. Allerdings bleiben die großen Kritikpunkte bestehen, dass Betroffene nicht angemessen behandelt und einbezogen werden und dass Aufarbeitung nicht durch die rein juristisch eingeschätzten Verfehlungen passieren kann.

Wir kritisieren als KjG diese Grundhaltung der Kirche: Einseitig fachspezifische Einordnungen, wie in diesem Falle die juristische, bringen immer nur Teilaspekte von systemischen Missbrauchsbedingungen zu Tage. Wie die Geschehnisse in Köln zeigen, blendet ein solches einseitiges Vorgehen für uns jeglichen Fokus auf systemische Ursachen für sexualisierte Gewalt sowie deren Vertuschung aus. Dabei darf Aufarbeitung und die Verantwortung von Amts- und Würdenträgern nicht stehen bleiben.

Wir erwarten insgesamt von Menschen in verantwortlichen (kirchlichen) Positionen, sich selbst einer moralischen und ethischen Gewissensprüfung zu unterziehen. Das Zugeben von Verfehlungen erst im Anschluss an veröffentlichte Gutachten, ist für uns unerträglich und zeugt nicht von einem ernsthaften lückenlosen Aufarbeitungswillen. Gerade als Verantwortliche in Kirche, in der Moralvorstellungen einen hohen Wert haben, muss auch das eigene Handeln daran gemessen werden.

Die vom Erzbistum Köln und in weiteren Bistümern angekündigten Maßnahmen sind zwar wünschenswert, aber auch spätestens seit 2010 längst überfällig. Wir erkennen den insgesamten Willen zur Aufarbeitung an. Wir erwarten, dass diesen Worten nun endlich zügig Taten folgen. Insbesondere der angekündigte Bruch mit bestehendem Kirchenrecht gerade in Bezug auf Aktenvernichtung stellt eine Selbstverständlichkeit dar, die die Kirche in Deutschland und weltweit angehen muss. 

Wir stellen fest:Nur eine gemeinsame Bearbeitung systemischer Missstände kann überzeugende Lösungen liefern. Wenn sich einzelne Bistümer auf den Weg machen, sind das wirklich begrüßenswerte Anfänge.

Wir betonen: Erst wenn eine breite innerkirchliche Anerkennung der systemischen Bedingtheit sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche konsequent vorkommt, können systemische Missstände konsequent aufgearbeitet und vermieden werden. Diese Anerkennung fehlt uns in Hinblick auf das Handeln von Geweihten in der Kirche. Zudem müssen alle in der MHG-Studie identifizierten Missstände intensiv bearbeitet und behoben werden. Die Themen, die im synodalen Weg verortet wurden, dürfen nicht nur wohlwollend diskutiert werden. Wir brauchen spürbare Veränderungen. Diese werden das Kirchenrecht, die katholische Lehre, die Sexualmoral der Kirche, das Verständnis von Leitung und Personalführung und das insgesamte Miteinander von Gläubigen und Verantwortungsträger*innen betreffen müssen.

Wir verlangen, dass die Erkenntnisse des synodalen Wegs durch die deutschen Bischöfe in die Weltkirche getragen und vehement diskutiert werden. Missbrauch und missbräuchliche Strukturen stellen kein „deutsches Phänomen“ der katholischen Kirche dar. Um sichere Räume für Kinder und Jugendliche zu schaffen, braucht es weltweit Veränderungen.

Was ist der Synodale Weg?

Der Synodale Weg wurde von den deutschen Bischöfen auf ihrer Vollversammlung im März 2019 beschlossen. Eine strukturierte Debatte mit dem ZdK und den deutschen Bischöfen sollte angestoßen werden. Einen erheblichen Anstoß, einen solchen Prozess zu starten, gab die 2018 veröffentliche MHG-Studie, die aufzeigte, dass die sexualisierte Gewalt durch Geistliche in der Kirche System hatte und systemisch begünstigt wurde.
Das Ziel des Synodalen Weges ist, die kirchlichen Strukturen in Deutschland weiterzuentwickeln um als Organisation ihrem Zweck gerecht zu werden: der Verkündigung des Wortes Gottes.
Dazu wurden insgesamt vier Foren einberufen, die sich mit folgenden Themen auseinandergesetzt haben und Fragen identifiziert haben:

  • Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag
  • Priesterliche Existenz heute
  • Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche
  • Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft

Die Foren werden paritätisch von je einem Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des ZdK geleitet.

Was ist bisher passiert?

Der Synodale Weg begann am 1. Advent 2019. Nach dem offiziellen Start mit einem Gottesdienst im Dom zu München, in der Karin Kortmann, Vizepräsidentin des ZdK und Reinhard Kardinal Marx, damals Vorsitzender der DBK, die „Synodalkerze“ entzünden, wurde der Synodale Weg eröffnet. Die erste Synodalversammlung fand vom 30. Januar bis 01. Februar in Frankfurt am Main statt. Dort wurden auch die Mitglieder der Synodalforen gewählt. Diese Synodalforen arbeiten zwischen den Synodalversammlungen zu jeweils einem bestimmt inhaltlichen Thema und bereiten Diskussionspapiere für die Synodalversammlungen vor.

Zum Start der Synodalversammlung hat die KjG-Bundesleitung einen offenen Brief an alle Teilnehmer*innen verschickt. Diesen könnt ihr hier nachlesen!

Die für September geplant zweite Synodalversammlung musste auf Grund der Corona-Pandemie verschoben werden. Stattdessen fanden in fünf Regionen-Konferenzen in Dortmund, Berlin, München, Frankfurt und Ludwigshafen statt. Diese Regionenkonferenzen dienten dem Austausch und werden als Zwischenschritt verstanden.

Auch die für Anfang Februar 2021 geplante Synodalversammlung kann auf Grund der Corona-Pandemie nicht wie geplant stattfinden. Stattdessen treffen sich rund 230 Synodale und einige Mitglieder der Synodalforen (nicht alle sind Mitglied der Synodalversammlung) in einem Online-Format. Dort wird der aktuelle Stand diskutiert, denn die Synodalforen haben auch während der Pandemie weitergearbeitet.

Was könnt ihr tun?

Informiert euch zum aktuellen Stand des Synodalen Weges, bringt eure Meinung in Gesprächen und anderen Formaten ein und schaut euch die Handreichungen des BDKJ an:

Offener Brief der KjG an die Teilnehmer*innen des Synodalen Weges bzw. der Synodalversammlung

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme!“

Sehr geehrte Teilnehmer*innen der Synodalversammlung,

mit dem heutigen Tag beginnt der Synodale Weg unserer Kirche in Deutschland nun richtig. Mit der ersten Synodalversammlung werden in den nächsten Tagen die Eckpfeiler einer zukunftsfähigen Kirche in Deutschland festgelegt.

Dass es Veränderungen braucht, ist in den letzten Jahren mehr als deutlich geworden: der geistliche und sexuelle Missbrauch in der katholischen Kirche ist allgegenwärtig. Er ist mehr als die 3.677 bereits aus der MHG-Studie bekannten Fälle. Er macht wütend, betroffen, traurig. Er darf kein Thema unter vielen sein, sondern muss als der Ausgangspunkt der gesetzten Themen des Synodalen Weges in allen Bereichen konsequent beachtet werden.

Es kann kein kategorisches „Nein!“ zu den schon seit Jahren aus anderen Gründen kritisch hinterfragten Themen mehr geben. Junge Menschen und ein Großteil der Gläubigen brauchen Veränderungen, um weiterhin selbstbewusst katholisch sein zu können. Unsere katholische Kirche in Deutschland verliert nicht nur das Vertrauen ihrer Mitglieder, die sich von der Kirche abwenden und diese verlassen, sondern auch ihren gesellschaftlichen und moralischen Stellenwert.

Gemeinsam müssen wir uns den strukturellen Herausforderungen stellen, den Missbrauch konsequent aufarbeiten und präventive Maßnahmen ergreifen und ausbauen, um insbesondere junge Menschen zu schützen.

Als Teilnehmer*in der Synodalversammlung haben Sie die Chance unsere Kirche in Deutschland zu verändern und zukunftsfähig aufzustellen. Als KjGler*innen und damit Teil dieser Kirche wollen wir Sie dazu aufrufen mutig zu sein, Veränderungen anzustoßen und Brücken zu bauen.

Brücken zu bauen für …

Menschen, die durch die Katholische Kirche Leid insbesondere in Form von Missbrauch erlebt haben und ihnen zeigen, dass der Mensch im Mittelpunkt ihres Handelns steht!

Menschen, die im Synodalen Weg Hoffnung für unsere Kirche sehen und ohne Veränderungen ihren Glauben nicht länger in dieser Kirche ausleben können!

Menschen, die sich Tag für Tag für den kath. Glauben und die Zugehörigkeit zur kath. Kirche einsetzen und ggf. aber gegenüber dritten rechtfertigen müssen!

Menschen, die Ihnen in ihrem Amt als Bischöfe, Priester, Ordensleuten und Anderen in besonderer Weise anvertraut sind!

Menschen, die nicht Teil der Synodalversammlung sein können, aber mitreden und ernst genommen werden möchten!

Wir hoffen, dass ihre gemeinsamen Beratungen bei allen Beteiligten und für alle Themen von Kompromiss- und Veränderungsbereitschaft geprägt sind. Wir wünschen Ihnen respektvolle Gespräche auf Augenhöhe, in die sich jede*r einbringen kann. Dazu braucht es eine verständliche Sprache, die allen eine Beteiligung ermöglicht. Dabei müssen vor Allem die Stimmen und Perspektiven der weiblichen und jungen Teilnehmer*innen ernst genommen werden. Wir wünschen Ihnen einen hoffnungsvollen und freien Blick, der über Formalien und Tradition hinausgeht und die Ergebnisse der MHG-Studie sowie moderne (theologische) Forschungserkenntnisse in den Fokus rückt.

Seien Sie mutig im Sinne unsere Patrones und Vorbildes Thomas Morus und wagen Sie Veränderungen, denn „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme!“.

Für die Katholische junge Gemeinde,

Julia Niedermayer         Rebekka Biesenbach               Marc Eickelkamp
Bundesleiterin              Geistliche Bundesleiterin           Bundesleiter

„Geistliche Leitung in der KjG“ ist der Titel des Positionspapiers, das die KjG- Bundeskonferenz 2013 beschlossen hat.

Es legt das Grundverständnis von Geistlicher Leitung in der KjG dar.

Das Positionspapier ist nun als Broschüre gestaltet und steht digital als pdf-Dokument zur Verfügung.
Gegen Versandkosten kann die Arbeitshilfe auch bestellt werden. 

Altenberger Erklärung

Im Jahr 2018 hat sich die Bundeskonferenz darüber vereinbart was es bedeutet Geistliche Leitung in der KjG wahrzunehmen. Zudem wurden die Kriterien für die Wahl zur Geistlichen Verbandsleitung neu gefasst, in der Altenberger Erklärung 3.0. Zum Beschlusstext.

Das Wirken der Jugend in der Kirche sowie die Arbeit kirchlicher haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter mit Jugendlichen und für Jugendliche wird als Jugendpastoral bezeichnet und ist ein Teil der kirchlichen Pastoral insgesamt. Der Begriff ist manchmal auch besser bekannt als Jugendseelsorge.

Offener Brief an die Deutsche Bischofskonferenz und ihre Jugendkommission

Die KjG ist der Verband in der Gemeinde und das ist sie gerne. Daher haben wir uns als KjG-Bundeskonferenz 2013 mit einem offenen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz und deren Jugendkommission gewendet. Wir wünschen uns einen offenen Dialog über die jugendpastorale Bedeutung verbandlicher Arbeit in den Gemeinden und über die Einbindung der verbandlichen Jugendarbeit in die pastoralen Ausbildungen. Und bei all diesen Fragen ist uns der Blick der Kinder und Jugendlichen wichtig. Der „Offene Brief“

demokratisch. amen. – Für mehr Demokratie in unserer Kirche

„demokratisch. amen.“ist der Titel des Positionspapieres, das die Bundeskonferenz der KjG 2012 beschlossen hat. Darin wird ein umfassender Demokratisierungsprozess für unsere Kirche gefordert. Grundlage ist ein Papier, dass der DV Freiburg zu einer Aktion anlässlich des Papstbesuches 2011 erstellt hat.Positionspaper „demokratisch. amen.“

KjG und Ministrant*innen

Der Bundesausschuss der KjG hat im März 2009 ein Papier zum Verhältnis von KjG zu Ministrantinnen und Ministranten verabschiedet. Minis und KjG haben ihr Fundament in der Gemeinde bzw. in den Seelsorgeeinheiten. So sieht der Bundesausschuss in der Kooperation für beide Seiten große Chancen.   Der vollständige Beschlusstext

Gemeinsam weltoffen Kirche sein

Der Bundesausschuss der KjG hat sich im Februar 2009 zu den aktuellen Entwicklungen innerhalb der Katholischen Kirche positioniert und ihr Bild von  einer glaubhaften Kirche auf Grundlage des Evangeliums formuliert.  Den kompletten Beschlusstext zum Download findet ihr hier.

Würzburger Synode mit Geist und Leben füllen

Der Bundesausschuss der KjG bestätigt im Mai 2005 zum 30jährigen Bestehen der Würzburger Synode ihre Aktualität. Den kompletten Beschluss findet ihr hier.

In unseren Grundlagen und Zielen beschreiben wir: „Mit ihrem Engagement steht die KjG ein für eine demokratische, gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft und Kirche.“

Mit diesem Selbstverständnis gestalten wir Kirche und auch Kirchenpolitik. Die KjG bringt sich in Diskurse ein und legt einen besonderen Schwerpunkt darauf, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Stimme zu geben.

Folgende unserer Positionen gibt es für euch zum Download:

Positionspapier demokratisch.amen. (2012)

Geistliche Leitung – Mit-Gehen Mit-Suchen

Gemeinsam weltoffen Kirche sein

Der Bundesausschuss der KjG hat sich im Februar 2009 zu den aktuellen Entwicklungen innerhalb der Katholischen Kirche positioniert und ihr Bild von einer glaubhaften Kirche auf Grundlage des Evangeliums formuliert. 

Den kompletten Beschlusstext zum Download findet ihr hier.

Frauen in Kirche

Wir solidarisieren uns mit Maria 2.0 und stehen auf dem Standpunkt: Die Zukunft unserer Kirche ist weiblich.

Hier steht der komplette Beschlusstext zu „Solidarisierung mit Maria 2.0.

Hier steht der komplette Beschlusstext zu „Die Zukunft unserer Kirche ist weiblich“.

Kirche und Familie

Wir fordern die „Ehe für alle“ – unter der Berücksichtigung der Vielfältigkeit von Lebensentwürfen.

Den kompletten Beschlusstext zum Download findet ihr hier.