1 Ansatz und Begründung

Bisherige Zuwendungen für Jugendverbände durch staatliche Zuschüsse (GruppenleiterInnenausbildung, Sachmittel…) werden eher geringer. Dies gilt für die verschiedenen staatlichen Ebenen: Bund, Länder, Kommunen. Kurz- und mittelfristig liegt dies an der notwendigen Haushaltskonsolidierung, welche Sparmaßnahmen erfordert. Aber auch langfristig – selbst bei wieder steigenden Wachstumsraten und höheren Steuereinnahmen – wird sich daran nichts ändern. Der Staat muss sich zukünftig auf seine grundlegenden Funktionen (äußere, innere, soziale Sicherheit, Infrastruktur, Bildung) konzentrieren. Staatsschulden können im Übrigen nicht im Interesse von jungen Menschen sein.

Auf der anderen Seite ist – zumindestens für eine profilierte und kompetente Jugendverbandsarbeit – eher mehr Geld vorhanden als bisher.

  • Die EU hat Mittel, um Programme zur Förderung von bestimmten Aktivitäten junger Menschen zu gestalten.
  • Eine wachsende Anzahl von Stiftungen aller Art fördert klassische Aktivitäten der Jugendverbandarbeit.
  • Unternehmen entdecken ihre „corporate social responsibility“ und sind gerade an jungen Menschen mit sozialen Kompetenzen sehr interessiert.
  • Es gibt einzelne Stifter und Stifterinnen, Sponsoren und Sponsorinnen, Spender und Spenderinnen, Erben…, die ihr Geld in sinnvolle Projekte investieren wollen.
  • Außer Geldspenden gibt es die Übereignung von Sachmitteln aller Art.
  • Es gibt ehemalige KjGlerInnen, die etwas für empfangene Chancen zurückgeben möchten.
  • Es wird immer viele Menschen geben (nicht nur Eltern), denen eine sinnvolle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Herzen liegt.

2 Umsetzung

Auf die hier genannten Personen und Organisationen zuzugehen, nennt man heute Fundraising. Es bezeichnet die Mittelbeschaffung für die Arbeit einer Nonprofit-Organisation.

Im Blick auf das Vorgehen ist das allerdings etwas ganz anderes als das Beantragen staatlicher Subventionen, auf die man grundsätzlich einen Rechtsanspruch hat.

Fundraising ist auch nicht einfach gekonntes Betteln. Es geht darum, sich in potenzielle Geldgeber und -geberinnen hineinzuversetzen und zu erkennen, welche Interessen und Wünsche diese haben. In einem zweiten Schritt muss man prüfen, ob man Leistungen erbringt oder erbringen kann, die diesen Interessen und Wünschen entsprechen. Dann muss die eigene Leistung (meist als Projekt) so dargestellt werden, dass sie potenzielle Geldgeber und -geberinnen überzeugt.

Fundraising macht nur Sinn, wenn Interessen und Wünsche der KjG mit denen von Geldgebern und -geberinnen zusammenpassen. Mittelbeschaffung um jeden Preis dient langfristig niemanden! Deshalb braucht es ein KjG-spezifisches Konzept für Fundraising. Dazu gehört auch die Überlegung, welche Gelder man aus ethischen Gründen nicht will.

3 Vorgehen

  • Diese Überlegungen zeigen, dass Fundraising bestimmte Kompetenzen und Erfahrungen erfordert. Diese Kompetenzen müssen zukünftig unbedingt auf Bundesebene bei der KjG vorhanden sein.
  • Die Kompetenzen für Fundraising kann man auf Honorarbasis, durch ehrenamtliche oder festangestellte Personen bekommen.
  • Einiges spricht dafür, dass es in der KjG eine Stelle gibt, die mit einer Person besetzt wird, welche KjG-Bewußtsein und professionelle Kompetenz verbindet.
  • Relativ leicht ist hier eine Erfolgsmessung. Ein Referent/ eine Referentin für Fundraising muss deutlich mehr einspielen als ihr oder sein Gehalt plus Sachmittel den Verband kosten.
Von Meinrad Bumiller, 11. Januar 2010, 23:46 Uhr

Um in einer pluralen und differenzierten Gesellschaft als großer Jugendverband attraktiv zu bleiben, muss die KjG breiter und differenzierter werden.
Vielleicht kann dafür das Bild vom antiken Haus mit mehreren Säulen helfen.

Mehr dazu im angehängten Dokument…

Von Meinrad Bumiller, 11. Januar 2010, 23:25 Uhr

Nachdem auf der Bundeskonferenz im Juni der Antrag zur Verbandsentwicklung beschlossen wurde, haben wir im Sommer zunächst einmal nach einer geeigneten externen und professionellen Beratung gesucht. Wir haben einige Unternehmen und Personen angeschrieben und nach der Sommerpause auch einige Angebote bekommen. Dann haben wir uns mit zwei Beratern getroffen, um genauer mit Ihnen zu besprechen, wie die Begleitung jeweils aussehen würde. Schließlich haben wir uns für die Beratersozietät Bumiller & Saible entschieden. In unserem Prozess begleitet uns also Herr Meinrad Bumiller. Er ist Organisationsberater mit den Schwerpunkten Organisations- und Personalentwicklung, Change Management, Moderation/ Kommunikation/ Mediation und Qualitätsmanagement und war vor einigen Jahren auch selbst aktiv in der KjG und geistliche Leitung im Diözesanverband Freiburg.

Nachdem diese Entscheidung getroffen war, hat sich die Bundesleitung sehr bald mit ihm zu einem ersten Treffen zusammengefunden. Dort wurde ganz grundsätzlich der Rahmen für den Prozess abgesteckt und eine erste Idee entwickelt, wie der Prozess gestaltet werden könnte, damit bis zur nächsten BuKo gute Ergebnisse entstehen können. Diese Idee haben wir dann, ebenfalls begleitet von Herrn Bumiller, mit dem Beratungsausschuss besprochen. Und nun steht der erste Schritt fest:

Ende November wird ein großer Workshop stattfinden, zu dem eine bunte Mischung von Menschen eingeladen wird. Gemeinsam möchten wir ergründen, was die KjG für den und die einzelne bedeutet und wie der Bundesverband dazu beitragen kann, dass genau dieses Besondere der KjG weiter Bestand hat oder noch ausgebaut wird. Ziel ist es, möglichst viele Perspektiven in die Modellentwicklung einfließen zu lassen. Wir wollen den Prozess damit auf eine möglichst breite Basis stellen. Helfen werden uns dabei der Bundesausschuss als Vertretung für die Diözesanebene, einige Leute von Pfarr- und Bezirksebene, Mitglieder bundesverbandlicher Gremien und Arbeitskreise sowie Externe und Ehemalige. Die Vorbereitungen in Beratungsausschuss und Bundesleitung zusammen mit der externen Beratung laufen gerade auf Hochtouren.

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns auf alles, was daraus entsteht!

23.10.2009

Von Lisa, 28. Dezember 2009, 15:07 Uhr

Auf der Bundeskonferenz 2009 hat der Bundesverband der KjG einen Verbandsentwicklungsprozess gestartet. Gemeinsam arbeiten nun der gewählte Beratungsausschuss und die Bundesleitung begleitet von der Beratersozietät Bumiller & Saible an neuen Ideen. Dieser Blog berichtet von den Fortschritten und bietet ein Forum für alle die, die sich am Entwicklungsprozess beteiligen wollen.

In der Kategorie „Infos aus dem Beratungsausschuss“ berichten wir von den neuesten Ergebnissen. Unter „Ideen zur Struktur“ ist eine bunte Sammlung verschiedener Gedankenblitze und unterschiedlicher grundsätzlicher Überlegungen zusammengestellt. „Alternative Finanzquellen“ haben aber noch mal eine eigene Kategorie bekommen. Die „Bestandsaufnahme“ dreht sich um aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, die auch für unseren Verband große Bedeutung haben. Und die „Analyse“ widmet sich den Knackpunkten und Schwierigkeiten an bestehenden Strukturen, die während unserer Arbeit ans Licht getreten sind.

Zum Mitmachen einfach einmal registrieren und so oft kommentieren wie’s beliebt!

Anhang:Antrag Verbandsentwicklung BuKo 2009

Von Lisa, 19. Dezember 2009, 16:37 Uhr