Liebe KJGlerinnen und KJGler, verehrte interessierte Öffentlichkeit,

nach einer längeren Zeit der “Funkstille” meldet sich hier wieder der Beratungsausschuss, um Euch einen kurzen Zwischenbericht zum aktuellen Stand der Dinge zu geben. Wir haben in den letzten Wochen intensiv daran gearbeitet, die Rückmeldungen aus dem erweiterten Bundesausschuss auszuwerten und weiter an den Ideen zur Verbandsentwicklung zu dikutieren.

Derzeit zeichnet sich ab, dass wir gemeinsam mit Euch auf der Buko an sechs verschiedenen Strängen diskutieren wollen. Diese sind im Einzelnen:

  • Strukturen und Organisation (“Besser aufstellen!”): Hier geht es um Strukturfragen wie z. B. Haushaltsdebatte auf der Bundeskonferenz, Kompetenzen der Bundesstelle, Bestzung des Bundesausschusses …
  • Marketing und Öffentlichkeitsarbeit (“Besser darstellen!”): Hier geht es um unser Bild in der Öffentlichkeit und Fragen der Mitgliedergewinnung
  • Fundraising (“Neue Finanzierungsquellen erschließen!”) – dürfte selbsterklärend sein
  • Informationsmanagement (“Besser informieren!”): Hier geht es um ein bundesverbandliches Informationsmanagement.
  • Kooperationen (“Besser kooperieren!”): Hier geht es darum zu beleuchten, wer interessante KooperationspartnerInnen für die KJG sein könnten.
  • Neue Produkte entwicklen: Hier geht es darum, sich Gedanken zu machen, welche Produkte wir anzubieten haben bzw. welche entwickelt werden müssten.

Und wie geht es jetzt weiter?

Die Ideen, die wir innerhalb dieser Stränge gesponnen haben, werden nun von der Bundesleitung in einem Leitantrag zusammengetragen. Ihr seht also, wir haben eine inhalts- und diskussionsreiche Buko vor uns.

Der Versand der Unterlagen für die Buko ist für den 27. April geplant. Dann liegen den Delegierten neben dem Leitantrag der Bundesleitung noch folgende Unterlagen zur Vorbereitung vor:

  • Der Bericht der Beratungsausschusses: Wir werden einen eigenen Arbeitsbericht vorlegen und darin auch noch einmal Stellung zum Leitantrag der Bundesleitung nehmen.
  • Der Bericht unseres Beraters, Herrn Bumiller: Diese wird noch einmal ausführliche Hintergrundinformationen für euch zusammenstellen, die nicht zur Beschlussfassung gedacht sind, sondern euch nützliche Analysen und Herleitungen zur Kenntnis geben.

Der Beratungsausschuss wird sich noch einmal Ende April treffen und dort die Buko im Detail vorbereiten.

So, nun hoffe ich, dass ich euch auf den neuesten Stand bringen konnte!

Im Namen des Beratungsausschusses inklusive natürlich der Bundesleitung grüße ich euch herzlich!

Eure Claudia

Von Claudia, 24. März 2010, 19:23 Uhr

Liebes Becksi,

hier kommt mal wieder ein Brief aus dem Beratungsausschuss an Dich! Vor ca. 2 Wochen war der Beratungsausschuss zu Gast auf dem erweiterten Bundesausschuss. Dort haben wir zum einen die Ergebnisse der bisherigen Arbeit vorgestellt und zum anderen allen erst einmal erklärt, wer du bist – nämlich das Maskottchen des Beratungsausschusses. Viele Leute sind jetzt schon sehr gespannt, einmal ein Bild von dir zu sehen! Das haben wir auch versprochen.

Aber nun zu den Geschehnissen auf dem erweiterten Bundesausschuss. Zunächst einmal haben Dennis und Claudia erzählt, was bisher so an Teamtreffen und Diskussionen gelaufen ist. Anschließend haben die beiden die Inhalte des Blogs ausführlich dargestellt. Das sind ja nun auch die Ergebnisse unserer Arbeit. Die anwesenden VertreterInnen aus den Diözesanverbänden war recht zufrieden mit dem, was wir bisher getan haben. Sie haben darin verschiedenste Ansätze für die weitere Diskussion gesehen und finden die Richtung, in die wir arbeiten auch sehr gut und richtig. Einige KJGlerInnen haben uns dringend darum gebeten, soweit auch Details in den Modellen und Ideen auszuarbeiten, dass es für alle auf der Buko möglich wird, gute Entscheidungen zu treffen. Da müssen wir noch weiter daran arbeiten. Leider konnte der erweiterte Bundesausschuss noch nicht so konkret an einzelnen Modellen diskutieren, aber das holen wir sicherlich noch nach.

Außerdem muss der Beratungsausschuss noch Ideen spinnen, wie genau wir den Diskussionsprozess auf der Buko begleiten wollen. Viele KJGlerInnen wünschen sich wirkliche Beratung von uns und nicht nur eine Moderation des Prozesses. Aber das kriegen wir sicherlich gut hin!

Das alles haben wir im Rahmen einer Telefonkonferenz nach dem erweiterten BA auch schon besprochen.

So, nun hoffe ich, dass wir bald ein Bild von dir veröffentlichen können, damit auch alle dich wirklich kennenlernen!

Ich freue mich schon auf unser Wiedersehen in Frankfurt vom 26. – 28. Februar!

Bis dahin herzliche Grüße

Deine Claudia

Von Claudia, 5. Februar 2010, 11:34 Uhr

Die Grundstruktur eines Verbandes kann verschiedene Ausprägungen haben. Verschiedene denkbare Grundmodelle versuchen wir hier kurz darzustellen:

Die Modelle:

Mitgliedsverband
Netzwerkverband
O-Modell-Verband

Die Modelle sind nur prototypisch gedacht. Die Vor- und Nachteile haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn euch weitere Vor- und Nachteile einfallen oder euch andere Schlussfolgerungen in den Sinn kommen, dann ergänzt doch bitte, indem ihr Kommentare oder mir eine E-Mail schreibt, damit ich sie hier auf die Seite setzen kann.

Der Mitgliedsverband

Ausgangssituation
Der Mitgliederverband orientiert sich am einzelnen Mitglied. Alle Mitglieder sind auf derselben Ebene des Verbandes gemeldet und führen auch an diese ihren Mitgliedsbeitrag zentral ab. Ein Teil des Mitgliedsbeitrags kann an die darunter liegenden Ebenen zurück verteilt werden.
Der gesamte Bereich des Mitgliederwesens ist, dann auf der obersten Ebene angesiedelt. Ähnlich wie es bei der Mida schon möglich ist können Teile der Daten auch den anderen Ebenen zugänglich gemacht werden, damit Mitglieder- und Aktionswerbung, Adress- und Kontoänderungen sowie Ein- und Austritt dezentral aktualisiert werden können.
Weitere zentralisierte und bundesweit vereinheitlichte Dinge, Aktionen und Vorgehen sind durchaus denkbar und realisierbar.

Vorteile:
 Der Verband kann eher als „Gesamtverband“ denn als Zusammenschluss vieler Einzelverbände wahrgenommen werden.
 Durch das outsourcen des Beitragswesens von den anderen Ebenen auf die höchste Ebene können Ressourcen gespart werden und auf den anderen Ebenen für Inhalte und anderes sinnvoll genutzt werden.
 Ein einheitliches und transparentes Beitragssystem trägt auch zu mehr Transparenz nach außen bei.
 Gesamtverbandliche Aktionen und Veranstaltungen sowie Meinungsbildung erreichen das Mitglied direkt und müssen nicht über drei bis vier Ebenen nach unten getragen werden.
 Das „wir“ wird wichtiger als das „ich“
 Auch bei Mitgliedeinbrüchen ist das formale Mitgliederwesen im Verband gesichert.
 Keine anonyme Mitgliedermeldung möglich
 Gemeinsame Profilierung nach außen leichter möglich
 Der Diözesanverband ist für die Mitglieder eine abstrakte Einheit. Ein Bundesverband greifbarer.
 Der Bundesverband kommt psychologisch aus der Nehmerrolle heraus in eine Geberrolle.
 Je mehr Entscheidung auf der Bundesebene getroffen werden desto weniger Verantwortung liegt in den Diözesanverbänden

Nachteile:
 transparente Mitgliedszahlen
 bei einheitlichem Beitrag evtl. deutlicher Anstieg des Mitgliedsbeitrages in einigen Diözesanverbänden möglich
 Keine anonyme Mitgliedermeldung möglich
 Beitragshoheit liegt nicht mehr in den Diözesanverbänden
 Ein zentralisiertes Modell von Verband entspricht nicht dem getrennten Ebenendenken
 Je mehr Entscheidung auf der Bundesebene getroffen werden desto weniger Verantwortung liegt in den Diözesanverbänden

Fazit
Ein durchaus auch für die KjG bedenkenswertes Modell auf dem Weg zu einem starken Verband für die nächsten 40 Jahre.

Netzwerkverband
Ausgangssituation
Im Netzwerkverband schließen sich die Diözesanverbände zusammen. Ziel der Netzwerkebene ist es nur diese, wie es der Name schon sagt, zu vernetzen. Inhaltliche Ausgestaltung, Themensetzung, Beratung, Organisation und intensive Betreuung ist in diesem Konstrukt von der höchsten Ebene nicht vorgesehen.
Die großen Diözesanverbände mit starken Mitgliedszahlen und vielen hauptamtlichen Stellen müssen hier deutlich mehr für den Gesamtverband leisten als sie es bisher tun.
Aufgabe der Netzwerkebene kann die Vorbereitung von Netzwerktreffen sein und die Geschäftsführung des Bundesverbandes.

Vorteile:
 Straffe Organisation der Bundesebene möglich.
 Weniger oder gar kein Hauptamt auf Bundesebene ( Weniger Kosten.
 Mehr Kooperationen der Diözesanverbände bedeuten unter Umständen effektiveres gesamtverbandliches Arbeiten (Konzeptplanung und Weitergabe)
 Eher gesellschaftsanaloges Modell

Nachteile:
 Weniger Gewährleistungen für die Diözesanverbände
 Weniger Begleitung und Betreuung als bisher.
 Mehr Verantwortung und Aufgaben für die Diözesanebene.
 Vertretung in nationalen und übernationalen Verbänden und Organisationen schwieriger möglich, da Nutzen bei Vertretungsaufgaben für Diözesanverband alleine nicht immer von direktem Nutzen.
 Evtl. weniger Gelder und Zuschüsse für Bundesweite Aktionen.
 Starker Mitgliederrückgang und Schrumpfung der Diözesanebene sowie Wechsel in der Diözesanleitung können schnell zu einem sinkenden Interesse an Kooperationen und Solidarität führen.
 Der letzte Rest an „Verbandsgedächnis“ stirbt aus.

Fazit
Ein Modell was viele neue Aufgaben und Schwierigkeiten mit sich bringt. Folgen einer solchen drastischen Umstrukturierung sind schwer abzusehen. Eher momentan ein schwieriger Weg für die gesamte KjG oder anders gesprochen kann dies ein Überleben nur noch selbstständig überlebensfähiger Diözesanverbände mit sich bringen. Ohne eine sehr gute Betreuung der Diözesanverbände ist eine gute Vernutzung nicht möglich.

Das Nullmodell
Ausgangssituation
Das Nullmodell besticht durch sein Unverändertheit zu dem jetzigen Modell von KjG als Verband. In den letzten 40 Jahren hat sich die KjG stetig weiter bewegt und ist zu dem geworden was sie heute ist. Weiterentwicklung würde bei diesem Modell nicht unbedingt eine Stagnation bedeuten. Bestandssicherung und eine klarere Aufgaben- und Zuständigkeitsverteilung der einzelnen Ebenen der KjG wären hier die Arbeitsaufgaben für das kommende Jahr

Vorteile:
 Wir kennen die langsam gewachsenen Strukturen und können gut mit dieser und nah an dieser arbeiten.
 Wenn alles bleibt wie es bleibt, bleibt die Hoffnung dass alles bleibt wie es ist.
 Wenig Gefahren mit einer neuen Struktur zu viel zu riskieren
 Aufgabenverteilung und Kompetenzen sind wieder eindeutiger
 Die Bundesebene funktioniert an und für sich, sie ist nur deutlich unterfinanziert.

Nachteile
 Bestehendes Verbandsmodell spricht nur eine „aussterbende“ Mitgliederschicht an ( keine Zielgruppenerweiterung

Fazit
Auch dies ist eine Möglichkeit die Zukunft der KjG zu sehen oder zu gestalten.

Von Martin, 26. Januar 2010, 16:36 Uhr
  1. Ausgangssituation
  • Wie immer sich die KjG als Bundesverband zukünftig entwickeln wird, sie braucht mehr Marketing. Ja, die KjG selbst muss eine Marke werden.
  • Für manche in der Jugendverbandsarbeit klingen solche Begriffe sehr nach Kommerz und Profit. Sie wenden ein: „Wir sind doch kein Kaufhaus!“
  • Es geht nicht um Kommerzialisierung – sondern um Präsentation und um Information.
  • Marken haben in einer völlig unübersichtlichen Welt mit einer nicht mehr zu überblickenden Vielfalt an Angeboten den Sinn, Orientierung im Alltagsdschungel zu geben. Mit einer etablierten Marke werden sehr schnell die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen assoziiert. So sollten möglichst viele junge Menschen die drei Buchstaben KjG sofort mit spannender Jugendarbeit, mit Erlebnissen, mit Spiel, mit Gemeinschaft, mit sozialem und politischem Engagement verbinden.
  • Ein Markenname signalisiert nicht Kommerz sondern eine bestimmte Qualität!

Ausführliche Informationen zu dieser Thematik findet ihr im Anhang: Die Marke KjG

Von Meinrad Bumiller, 16. Januar 2010, 11:17 Uhr

Liebes Becksi,

heute fand in Düsseldorf der erste große Auftritt des Beratungsausschusses (Genitiv ist was tolles, und zwar so toll, dass in einem Wort sechsmal der Buchstabe “S” zu finden ist) statt. Es waren auch viele Leute gekommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Bundesstelle, Bundesausschuss (immerhin 5x “S”), Ex-Zivis, aktuelle Zivis (haben uns mit Kaffee und Wasser versorgt), Menschen von Diözesanebene, Dekanatsebene und Pfarreiebene, Ministr…, na auf jeden Fall ne ganze Menge. Und an den beiden Tagen wurde verdammt viel gearbeitet. Wichtig war zu erfahren, was die Stärken der KjG sind, aber auch, wo die Schwächen liegen und noch wichtiger, was die Menschen aus der Pfarrei denn so alles von den Menschen auf der Bundesebene denn so brauchen. (Du siehst also, Becksi, Du hast eine Menge verpasst, was vielleicht daran liegen mag, dass Du noch gar nicht geboren warst. Aber dazu mehr in einem anderen Beitrag von mir. ) Von einigen wenigen Externen, die dafür aber umso revolutionärer waren, wurde uns manchmal auf sehr schonungslose Art und Weise klargemacht, was wir in der KjG denn so alles nicht gerade so toll machen. Es kam fast so weit, dass ich mit meinem geschundenen KjG-Herz weinend zusammenbrach (Danke, Erik!). Naja, aber ich habe den ersten Tag jedenfalls gut überstanden. Nach dem Gottesdienst, der von unseren beiden Bundesgeistern toll vorbereitet worden war, gings in die Jugendherberge, die gefühlte 80 km vom Jugendhaus entfernt lag.

Hier wurde der nächste spannende Teil eingeläutet: der gemütliche Abend. Nachdem niemand mit Lisa und Martin in die Stadt wollte, den Coca-Cola-(darf ich das Wort überhaupt schreiben??)-Truck zu boykottieren, machten wir es uns auf den bequemen Barhockern im Foyer gemütlich und liessen uns von Nico, dem Night Manager (ich glaub so hiess es, naja, auf jeden Fall irgendetwas französisches), Getränke bringen. Es war sehr nett und viele diskutierten immer noch weiter, woran man erkennen kann, wie wichtig allen die KjG ist. Ich war so um halb drei im Bett (eigentlich eine gute Zeit) und freute mich auf das Frühstück am nächsten Morgen. So gestärkt ging es zurück ins Jugendhaus, wo wir den zweiten Teil des GGWS zubrachten. Hier wurde vor allem über die Strukturen gesprochen, die nötig sind, damit KjG funktioniert.

Nach der gelungenen Veranstaltung gings an den Düsseldorfer Bahnhof. Ich wollte gerade das ICE-Gleis betreten, da wurde ich von einem netten Herrn in grün mit den Worten “Das Gleis ist gesperrt” abgefangen. Ich war mitten in die Vorsichtsmassnahmen geraten, die die NRW-Polizei auspackte, um einen geflohenen Mörder zu fassen. Kein Zug, und vor allem kein ICE, fuhr mehr. Und das für unbestimmte Zeit. Als der Bahnhof dann noch abgesperrt wurde, wurde mir doch etwas flau im Magen und ich musste mein Lunchpacket essen, das ich mir zusammem gestellt hatte. Nach ca. 2 Stunden wurde der Bahnhof wieder freigegeben und ich konnte meine Heimreise antreten.

Du siehst also, Becksi, nicht nur beim GGWS war so einiges los. Auch ausserhalb des offiziellen Rahmens hab ich mal wieder Sachen erlebt, die ich ohne die KjG nie erlebt hätte.

So, bis zum nächsten Mal.

Dein Sascha

Von Sascha, 15. Januar 2010, 16:35 Uhr

Politische Arbeit – in und außerhalb der KJG – gehörte schon immer zum Selbstverständnis der KJG – für die einen mehr, für die anderen weniger. In der Diskussion um verbandliche Weiterentwicklung der KJG ist es deshalb wichtig, die einzelnen Handlungsfelder und Strukturen unserer politischen Arbeit zu definieren und zu entscheiden, wie diese ausgestaltet werden sollen und von welchen Ebenen sie zu bearbeiten sind.

Folgende Handlungsfelder wurden vom Beratungsausschuss benannt:

1. Aktuell reagieren

Als Kinder- und Jugendverband ist es uns wichtig, auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Ereignisse zu reagieren und uns zu Wort zu melden. Die Entscheidung, zu welchen Themen wir uns äußern, wird dabei von den EntscheidungsträgerInnen (der jeweiligen Ebenen) getroffen, orientiert sich aber in der Regel an folgenden Kritierien:

  • Betreffen die Ereignisse die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen?
  • Ist es aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus sinnvoll und notwendig, dass wir uns zu Wort melden?
  • Ergibt es sich aus unseren Grundlagen und Zielen, dass wir uns zu den Ereignissen äußern?

2. Lobbyarbeit leisten / Interessensvertretung wahrnehmen

Kinderrechte und Kindermitbestimmung sind zentrale Inhalte der KJG. Von daher verstehen wir “Großen” uns als AnwältInnen der Interessen von Kindern und Jugendlichen. Daraus leitet sich die Zielsetzung ab, Lobbyarbeit für Kinder und Jugendliche zu leisten und deren Interessen in Kirche, Gesellschaft und gegenüber der Politik zu Gehör zu bringen.

3. Inhalte aufbereiten

Eher innerverbandlich ausgerichtet ist die Zielsetzung, zumeist komplexe Inhalte, zum Beispiel im Bereich der Umweltpolitik, so inhaltlich aufzubereiten, dass sie verständlich und nachvollziehbar werden. So kann zur Meinungsbildung beigetragen werden und der Anspruch verwirklicht werden, dem bzw. der Einzelnen Entscheidgunshilfen an die Hand zu geben.

4. Pädagogische / praktische  Aktion

Über pädagogisch konzeptionierte, praktische Aktionen ist es der KJG möglich in der Breite – also im gesamten Bundesgebiet, zu politischen Themen Stellung zu nehmen. Beispiele aus der Vergangenheit hierfür sind “Schoko sucht Lade” zum Fairen Handel oder das aktuelle Klimaprojekt “Klima Cup”.

Von Claudia, 15. Januar 2010, 14:09 Uhr

Was genau beschäftigt uns eigentlich, wenn wir von Verbandsentwicklung reden? Welche Punkte sind da besonders wichtig? Und ist eigentlich klar, wo’s hingehen soll? Gute Fragen, auf die wir hoffentlich bald gute Antworten finden. Bis dahin hilft es vielleicht schon mal aufzudröseln, was bisher besonders viel und mitunter auch besonders kontrovers diskutiert wird. Beim Großgruppen-Workshop zur Verbandsentwicklung, der vom 28. bis 29.11.2009 in Düsseldorf stattfand, kam eine ziemlich umfassende Sammlung verschiedener Ideen und Ansätze zusammen, die euch sicher einen ersten Einblick geben kann. Den Versuch einer Zusammenfassung findet ihr im Anhang.

Anhang: Versuch Zusammenfassung Workshop

Von Lisa, 12. Januar 2010, 19:39 Uhr

Inhalte

  1. Gesellschaftliche Veränderungen und Megatrends im Blick auf organisierte, verbandliche Jugendarbeit
  2. KjG und Kirche
  3. Spezifische KjG-Probleme
  4. Veränderungen auf struktureller Ebene
  5. Herausforderungen und Megatrends
  6. Zusammenfassung

Eine Organisationsentwicklung beginnt sinnvollerweise mit einer nüchternen Analyse der Organisation, also des Bundesverbandes der KjG und ihres Umfeldes, insbesondere im Blick auf Megatrends der Veränderung.

Da es letztlich um Verbesserungen geht, werden hier vor allem Probleme aufgezeigt. Das soll nicht heißen, dass die KjG keine positiven Seiten hätte. Doch nur, wenn man die Probleme nüchtern wahr nimmt, kann man sich weiter entwickeln.

Mehr dazu im angehängten Dokument…

Von Meinrad Bumiller, 12. Januar 2010, 00:13 Uhr

1 Ausgangssituation

  • Die Power der KjG liegt faktisch bei den Diözesanverbänden (finanziell, personell, organisatorisch, Mitgliederwesen, Häuser, Büro…).
  • Dies gilt zumindestens für die mittleren und die großen.
  • Das heißt, die KjG kann auf Bundesebene nur dann Kraft entfalten, wenn die DVs dies wollen und aktiv unterstützen.
  • Folglich sollte eine Struktur gefunden werden, die die Diözesanverbände – besonders die großen – auf Bundesebene strukturell einbindet.

2 Ansatz

Auf Bundesebene gibt es drei Gremien

  • Buko
  • BL
  • BA

Wenn man bei diesen drei Gremien bleiben will, bietet sich eine Veränderung des BA am ehesten an. Dies könnte folgendermaßen aussehen:

  • Alle DVs sind ab einer bestimmten Größe mit einem Sitz (wahrgenommen durch eine Diözesanleiterin oder einen Diözesanleiter) automatisch Mitglied im BA.
  • Den „kleinen“ DV – unterhalb einer bestimmten Größe – werden Sitze vorbehalten, die durch Wahl bestimmt werden.
  • Der BA hat mehrere Treffen im Jahr, insbesondere zur Vor- und Nachbereitung der Buko.
  • Für jedes Jahr gibt es eine „Präsidentschaft“ im BA, die nach einem bestimmten System rolliert: Jeder Diözesanverband ist mal dran.
  • Der Diözesanverband, der die Präsidentschaft hat, nimmt eine Reihe von Pflichten für den Bundesverband wahr. Diese könnten sein:
    • Leitung des BA
    • Durchführung der Buko
    • Repräsentation des Bundesverbandes zusammen mit der BL
    • Federführung bei Aktionen oder Projekten
    • (…)
  • Zusätzlich könnte eine „Troika“ gebildet werden, wie es sie bisher in der EU gab: Der DV, welcher die Präsidentschaft hat, jener, der sie im letzten Jahr hatte und der, welcher sie im nächsten Jahr haben wird. Damit wären drei Diözesanverbände in die Pflicht genommen, für den Bundesverband mitzuwirken.
  • Vielleicht könnte sogar in den einzelnen DV eine Arbeitsteilung entwickelt werden: Jeder DV übernimmt bestimmte Themen oder Arbeitsgebiete für den gesamten Bundesverband.

3 Fazit

Mit diesem Modell würde die Bundesebene gestärkt und die KjG könnte in der BRD mehr Gewicht erhalten. Der gefährlich große Abstand zwischen Leitung und Basis, der bei allen großen Organisationen droht, würde dadurch verringert. Die Bundesleitung wird nicht abgewertet, weil es für sie immer noch genug zu tun gibt. Für einen DV (Präsidentschaft) bedeutet dies – befristet für ein Jahr – mehr Arbeit. Dies kann aber auch für die jeweilige DL eine Chance sein.

Meinrad Bumiller, 11. 1. 2010

Von Meinrad Bumiller, 12. Januar 2010, 00:04 Uhr

1 Ansatz

Damit bei allen Akteuren auf der Buko ein Bewusstsein für die Ressourcen – für das was leistbar und was nicht leistbar ist – wächst, sollte sich die Buko jährlich mit dem Haushaltsplan für die Bundesebene beschäftigen.

Dazu gehören wenigstens zwei Teile:

  • Entgegennahme eines Finanzberichtes für das abgelaufene Jahr
  • Verabschiedung eines Budgetplans für das kommende Arbeitsjahr

Beide Dokumente sollten bestimmten Kriterien entsprechen, die heute Standard für Nonprofit-Organisationen sind:

  • Es braucht eine präzise Kosten-Leistungsrechnung, die zeigt, welche Leistungen auf Bundesebene (Produkt oder Projekt) welche Kosten verursachen.
  • Alle Kosten werden einem bestimmten Produkt (z.B. Besuch der BL bei Dikos) oder einem Projekt zugeordnet.
  • Die wichtigsten Kosten – Personalkosten – müssen ebenfalls den Produkten bzw. Projekten zugeordnet werden. Das bedeutet das Mitarbeiterinnen auf der Bundesebene ihre Arbeitszeit entsprechend dokumentieren.
  • Dies setzt voraus, dass die Arbeit auf Bundesebene durch Dienstleistungen/Produkte bzw. Projekte definiert wird und entsprechende Kostenstellen eingerichtet werden.
  • Kostenstellenplan und Budgetplan müssen die reale Arbeit der KjG widerspiegeln.
  • Die Finanzpläne müssen lesefreundlich, übersichtlich und für Finanz-Laien verständlich aufbereitet werden.

2 Umsetzung

Für das Vorgehen könnten folgende Schritte gegangen werden:

  1. Erarbeitung eines grundsätzlichen Budgetplans entsprechend der Tätigkeiten auf Bundesebene
  2. Einarbeiten der jeweiligen aktuellen Zahlen
  3. Diskussion im Bundesauschuss und Vorbereitung der Buko
  4. Versenden der Dokumente an die Delegierten der Buko
  5. Kurze prägnante Präsentation der Berichte auf der Buko (Diagramme)
  6. Diskussion und Beschlussfassung auf der Buko
  7. Umsetzung durch die Bundesleitung
  8. Laufendes Controlling durch den Bundesausschuss

3 Ergänzende Möglichkeiten

Ergänzend zu einer verbandsinternen Prüfung kann eine externe Prüfung durchgeführt werden (Wirtschaftsprüfer, Steuerberater).

Da es bei den Bukos jedes Jahr eine beträchtliche Anzahl an neuen Delegierten gibt, ist eine verantwortliche und nachhaltige Finanzpolitik möglicherweise erschwert. Zu überlegen wäre, ob man deshalb eine Art „Nachhaltigkeitsausschuss“ schafft, der die Buko bei Finanzen berät, vielleicht sogar eine Art Vetorecht hat. Darin sollten Personen vertreten sein, die voraussichtlich mehrere Jahre mitwirken können.

Meinrad Bumiller, 11. 1. 2010

Von Meinrad Bumiller, 11. Januar 2010, 23:54 Uhr